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Saicourt

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Moutier, Verwaltungskreis Berner Jura, umfasst die Dörfer S. im Tal der Trame, Le Fuet und Bellelay sowie die Weiler La Bottière und Montbautier, wo seit dem 18. Jh. deutschsprachige Täufer ansässig sind. 1262 Zacurt. 1818 311 Einw., 1850 456; 1900 802; 1950 1'140, 2000 673. Die Abtei Bellelay erhob in S. den Zehnten. Die Dörfer S. und Le Fuet gehörten zur Propstei Moutier-Grandval und waren nach Tavannes-Chaindon kirchgenössig. Nach der Annexion des Fürstbistums Basel durch Frankreich und der anschliessenden Aufhebung der Abtei wurde Bellelay 1798 der polit. Gemeinde S. angeschlossen. Diese war 1797-1815 den franz. Departementen Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin angegliedert und gelangte danach an Bern. Seit der Teilung der Kirchgemeinde Tavannes-Chaindon 1908 gehören Le Fuet und Bellelay zu Tavannes und S. zu Reconvilier. 1938 wurde in Le Fuet eine ref. Kapelle erbaut. Seit dem MA wird, ursprünglich in Verbindung mit der Klosterwirtschaft, der Käse Tête de moine hergestellt. Weitere Wirtschaftszweige waren vom 18. Jh. bis Anfang des 20. Jh. der Abbau von Quarzsand und die Uhrmacherei. Bis 1945 wurde in Bellelay und La Bottière Torf gewonnen. 1790 vermachte der Notar Jean-Henry Jaquerez von S. der Schule in Le Fuet ein bedeutendes Legat. 1933 wurde die deutschsprachige Privatschule in Montbautier Staatsschule. Der gemeinsame Betrieb der 1956 in Bellelay eröffneten Sekundarschule La Courtine wird seit 1980 über einen bern.-jurass. Zusammenarbeitsvertrag geregelt. 2001 fusionierten die psychiatr. Klinik Bellelay und der Psychiatriestützpunkt Biel mit Zentren in Biel und Tavannes zu den Psychiatr. Diensten Biel-Seeland-Berner Jura. 2005 stellte der 3. Sektor 88% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– A. Daucourt, Dictionnaire historique des paroisses de l'ancien évêché de Bâle 7, 1911, 165-180, (Nachdr. 1980)

Autorin/Autor: Pierre-André Wyss / EM