27/10/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Schweizerische Centralbahn (SCB)

Am 4.2.1853 wurde die SCB mit Sitz in Basel gegründet, initiiert durch Johann Jakob Speiser, Achilles Bischoff und Karl Geigy. Geldgeber waren franz. und Basler Banken, die Kantone beider Basel sowie private Aktionäre. Dank Beiträgen der Kt. Luzern, Solothurn, Bern und Uri konnte an der Generalversammlung der SCB 1856 die Überwindung einer frühen, durch Spekulationen an der Pariser Börse mitverursachten und durch die Konkurrenzsituation mit anderen Eisenbahngesesellschaften (Eisenbahnen) verschärften Finanzkrise bekannt gegeben werden. Die SCB baute von Basel her Linien über Liestal und Olten nach Brugg, Bern, Thun, Biel und Luzern, bis 1902 insgesamt 333 km. In Basel verknüpfte sie das schweiz. 1860 mit dem franz. und 1873 mit dem dt. Netz. Auch in die SCB integriert wurde die älteste Linie auf schweiz. Boden, der 1844 eröffnete Abschnitt Saint-Louis-Basel der Strassburg-Basel-Bahn (erster Bahnhof: Spitalstrasse, zweiter: St. Johann). Hauptziel der SCB war die Errichtung eines schweiz. Eisenbahnkreuzes mit dem Mittelpunkt Olten, wie es in der vom Bundesrat 1850 in Auftrag gegebenen Expertise der brit. Ingenieure Robert Stephenson und Henry Swinburne für ein staatl. Eisenbahnnetz projektiert gewesen war. Dabei musste auf der 1858 fertig gestellten Kernlinie Basel-Olten die zweite Passstrecke auf dem europ. Kontinent mit Steigungen bis zu 27o/oo gebaut werden. Mit zwei grossen Viadukten bildete der Hauensteintunnel Läufelfingen-Trimbach die aufwendigste Konstruktion. Dort ereignete sich 1857 während der Bauarbeiten für den ersten grossen Eisenbahntunnel der Schweiz eine Brandkatastrophe mit 63 Toten. Ein weiteres Grossbauwerk erstellte die SCB bei Bern: Die 1858 über die Aare errichtete Rote Brücke (1941 ersetzt) gehörte zu den international bedeutenden frühen Eisenbrücken. 1873-82 baute die Gesellschaft zusammen mit der Schweizerischen Nordostbahn eine Anschlussverbindung ihrer Linien an die Gotthardbahn, die von der SCB betriebene Aarg. Südbahn (Rupperswil-Brugg-Immensee). Daneben erweiterte sie ihr Netz nach der Gründerzeit nur noch um einige weitere Verbindungsstrecken sowie um die 1873 gegr. Gäubahn Olten-Solothurn-Busswil bei Büren. 1902 wurde die SCB in die Schweizerischen Bundesbahnen integriert.


Archive
– SBB Historic
Literatur
– H. Frey, E. Glättli, Schaufeln, sprengen, karren, 1987
Bahnsaga Schweiz, hg. von H. von Arx et al., 1996
Die Eisenbahn und die Schweiz, Ausstellungskat. Luzern, 1997

Autorin/Autor: Hans-Peter Bärtschi