• <b>Danzas</b><br>Plakat von  Hansruedi Scheller,   1968 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).

Danzas

Das internat. Transport- und Speditionsunternehmen D. mit Sitz in Basel geht auf einen ab 1806 im elsäss. Saint-Louis bestehenden Betrieb zurück, den Louis D. (1788-1862) ab 1840 unter eigenem Namen führte. Bereits damals vermittelte das Unternehmen Transportleistungen nach Übersee (offizielle Agentur der Postschiff-Gesellschaft Le Havre-New York). Der internat. Aufschwung und die Verlegung des Sitzes nach Basel erfolgten unter dem Sohn Emile Jules D. (1836-1917) nach dem Dt.-Franz. Krieg. Bis zum 1. Weltkrieg wuchs die Firma stark an, etablierte sich auf dem Schweizer Markt (1872 Filiale in Zürich, bedeutende Aufträge der Textilindustrie) und spezialisierte sich auf den sog. Sammelverkehr nach dem Ausland (Zubringer zur Hochsee-Schifffahrt). 1878 wurde D. Kommanditgesellschaft, 1903 AG. Gegen Ende des 19. Jh. ging die Ära der Fam. D. zu Ende: 1886 übernahm der langjährige Prokurist und Teilhaber Laurent Werzinger die Geschäftsleitung, danach sein Sohn Albert. Nach dem 1. Weltkrieg wurde 1919 eine Danzas GmbH in Deutschland gegründet und gleichzeitig eine Reise- und Auswanderungsagentur eröffnet, die sich in der Zwischenkriegszeit zum Reiseveranstalter entwickelte. Nach dem 2. Weltkrieg liess sich D. auch in Frankreich und Italien nieder. 1961 wurde der nunmehr weltweit tätige Konzern reorganisiert: D. spezialisierte sich auf das Verzollungsgeschäft in Europa, welches bei der Abschaffung der Zollschranken innerhalb der EU 1993 einen markanten Einbruch erlitt (Bruttoumsatz 1992: 10,2 Mrd. Fr., 1993: 6,7 Mrd. Fr.; Konzerngewinn 1992: 20 Mio. Fr., 1993: 12 Mio. Fr.). Strukturelle Mängel - starke Ausrichtung auf Europa und den Stückgutverkehr sowie hohe Infrastrukturkosten - wurden deutlich. Die erneute Restrukturierung in den 1990er Jahren setzte auf den Geschäftsbereich Logistik, führte zur Reduktion eigener Transportleistungen und 1995 zum Verkauf des Reisegeschäfts (1994: 10% des Umsatzes). 1998 konnte der Konzern seinen Gewinn auf 38 Mio. Fr. steigern, 1999 wurde er von der Dt. Post übernommen.

<b>Danzas</b><br>Plakat von  Hansruedi Scheller,   1968 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>
Plakat von Hansruedi Scheller, 1968 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Literatur
Hundertfünfzig Jahre D., 1965
– M. Furler, Dienstleistungsunternehmen: D., Surveillance, Adia, 1988

Autorin/Autor: Beatrice Schumacher