Biber

Ehem. Papierkonzern mit Hauptsitz in Biberist. 1862 wurde auf Initiative der Firma Escher, Wyss & Cie. in Zürich die Papierfabrik Biberist AG gegründet, 1865 die Papierfabrikation auf der Basis von Hadern (Lumpen) aufgenommen. 1882 folgte die Gründung einer Holzschlifffabrik in Rondchâtel, 1889 der Erwerb der konkursiten Papierfabrik Worblaufen (1939 Schliessung). Die Übernahme der Kapitalsmehrheit an der Papierfabrik Utzenstorf 1932 führte ab 1935 zur Fabrikationsgemeinschaft PBU. 1964 wurde die Biber Papier AG in Regensdorf gegründet, 1970 erfolgte die Beteiligung an der Papierfabrik Laufen, die bereits 1972 stillgelegt wurde. In den 1970er und 80er Jahren beschleunigte sich der Ausbau der Firma. 1982 wurde die 1968 als Tochtergesellschaft eröffnete Biber Holding zur Dachorganisation erhoben, 1989-92 das Investitionsprogramm Biber Nova von rund 550 Mio. Fr. lanciert. Das Unternehmen erwirtschaftete 1990 einen Umsatz von 670 Mio. Fr. und beschäftigte 2'300 Mitarbeiter. Die Rezession, der Preiszerfall auf dem Papiermarkt und das ansteigende Zinsniveau zu Beginn der 1990er Jahre trieben den grössten Schweizer Papierkonzern mit drei Produktions- und je vier Verarbeitungsfabriken bzw. Papierhandelsfirmen im In- und Ausland auf den 1.1.1997 in den Konkurs. Die angegliederten Betriebe wurden abgestossen, die Papierfabriken Biberist und Utzensdorf im Dez. 1996 in einem Notverkauf an den finn. Papierkonzern Metsä Serla (seit 2000 M-real) veräussert. Nach wie vor läuft in Biberist eine der grössten Papiermaschinen Europas. Die jährl. Produktion des Betriebs beläuft sich auf ca. 430'000 t Papier (600 Beschäftigte).


Literatur
100 Jahre Papierfabrik Biberist, 1865-1965, [1965]
NZZ, 15.6.1993; 22.1.1997
Cash, Nr. 16, 1997

Autorin/Autor: German Vogt