Rentenanstalt

Die Schweiz. R. wurde 1857 in Zürich in der jurist. Form einer privatrechtl. Anstalt gegründet mit dem Zweck, Leibrenten-, Lebens- und Todesversicherungen abzuschliessen. Obwohl der Anstoss von der Zürcher Kantonsregierung ausging und Johann Conrad Widmer die Vorarbeiten leistete, trat die Schweiz. Kreditanstalt (SKA) als Gründerin auf, weil sie die Leistungen der ohne Startkapital eröffneten R. garantierte. Nach Inkrafttreten des Obligationenrechts musste sich die R. wie andere Versicherungen auf Gegenseitigkeit als Genossenschaft ins Handelsregister eintragen. Mit wachsendem Vermögen gewann sie Distanz zur SKA und löste sich 1885 vollständig von dieser. Das starke Überwiegen der Kapital- gegenüber den Rentenversicherungen schlug sich 1894 im erweiterten Namen Schweiz. Lebensversicherungs- und Rentenanstalt nieder. Im gleichen Jahr bot sie für niedrige Einkommen eine Volksversicherung an, deren Prämieninkasso anfänglich mittels Briefmarken erfolgte. Im 1. Weltkrieg begann der breite Einstieg in die Personalvorsorge, die v.a. nach dem 2. Weltkrieg boomte. Nachdem die R. bereits 1988 die La Suisse Versicherungen übernommen hatte, fühlte sich das Management angesichts der liberalisierten Finanzmärkte eingeschränkt und erreichte 1997 die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. Danach tätigte die R. im Rahmen einer Allfinanzstrategie rasch Akquisitionen, u.a. erwarb sie 1999 die Lloyd Continental, die UTO Albis, die Livit und die Banca del Gottardo, 2000 die Schweiz. Treuhandgesellschaft und 2001 die Liegenschaften der Oscar Weber Holding. Die forcierte Expansion endete 2001-02 beinahe im Ruin. Eine neue Führung verkaufte die Akquisitionen und fokussierte die R. aufs Kerngeschäft, das sie seit 2002 unter dem Namen Swiss Life pflegt. Der geschwächte Konzern erlitt in der Finanzkrise 2008 einen Rückschlag. 2009 beschäftigte die Swiss-Life-Gruppe rund 8'200 Mitarbeiter und war in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Singapur und Dubai tätig.


Literatur
Schweiz. Lebensversicherungs- und R., 1857-1957, 1957
Swiss Life, 2008

Autorin/Autor: Bernard Degen