Contraves

Wichtigstes schweiz. Rüstungsunternehmen in Oerlikon. Die C. wurde 1936 als Studiengesellschaft für artillerist. Fliegerabwehr (Contra aves) in Erlenbach (ZH) gegründet. Bereits in den 1940er Jahren übernahm Emil Georg Bührle die C. und verband sie mit der Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon (WO), nachdem die beiden anderen Mitinhaber, die Albiswerk Zürich AG und die Société genevoise d'instruments de physique (SIP), das während des 2. Weltkriegs entstandene Risiko nicht länger mittragen wollten. Der Unternehmensstandort wechselte nach Zürich-Seebach. Bald spezialisierte sich die C. auf elektron. Abwehrsysteme und Lenkwaffen, wobei die Fliegerabwehr (Flab) zu ihrem wichtigsten schweiz. Auftraggeber wurde. Die auf Druck der Alliierten 1944 erlassenen schweiz. Ausfuhrbestimmungen verboten der C. den Waffenexport in kriegführende Länder. Ende der 1960er Jahre geriet die C. wegen illegaler Waffenausfuhr nach Südafrika und Nigeria in die Schlagzeilen. Konzernchef Dieter Bührle wurde verurteilt und aus der Armee ausgeschlossen. 1989 erfolgte der Zusammenschluss der C. mit der WO zur Oerlikon-C.-Gruppe mit den beiden Standbeinen Raumfahrt (Oerlikon Contraves Space) und Wehrtechnik (Oerlikon Contraves Defence). Andere, nicht militär. Bereiche (u.a. Medizinal- und Antriebstechnik) wurden in den letzten Jahrzehnten aufgegeben. 1999 veräusserte die Oerlikon-Bührle den Rüstungsbereich der C. an die dt. Rheinmetall-Gruppe. C. verfügte 1998 über 2'445 Beschäftigte (Umsatz von 601 Mio. Fr.), 2002 waren es gut 1'700 Beschäftigte (Umsatz 331,7 Mio. Euro).


Literatur
50 Jahre Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon, 1957
NZZ, 15. und 27.9.1999

Autorin/Autor: Thomas Gmür