• <b>Jelmoli</b><br>Werbeplakat für das Zürcher Geschäft, 1938 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). Jelmoli ist in Zürich seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts präsent. Das Warenhaus an der Sihlstrasse wurde 1899 eröffnet und 1937 grundlegend erneuert. Das Gebäude auf dem Plakat erfuhr 1979 einen neuerlichen Umbau.

Jelmoli

Das Unternehmen und Versandgeschäft für günstige Kleiderwaren, das Johann Peter J. ab 1833 in Zürich betrieb, hiess ab 1849 Jelmoli & Comp. 1896 wandelte Franz J., letzter Firmenchef aus der Fam., es in eine Aktiengesellschaft um, 1899 eröffnete er mit den Grands Magasins Jelmoli S.A. das erste Warenhaus der Schweiz. Den Versandhandel mittels Versandkatalogen dehnte er auf die ganze Schweiz aus. Um 1940 erwarb die Verlegerfamilie Ringier die Aktienmehrheit, 1969 die Schweiz. Kreditanstalt, 1977-96 hielt sie die UTC International AG; unter diesen drei Mehrheitsaktionären expandierte J. zum grössten Warenhausunternehmen der Schweiz. 1931-61 erfolgte der Ausbau des Stammhauses, ab 1954 der Aufbau eines Filialnetzes. 1963 erwarb J. die Mehrheit an den Warenhausunternehmen Innovation und Au Grand Passage in Lausanne und in Genf. 1968 verlegte J. Regionallager, Einkaufszentrale und Versand nach Otelfingen. In den 1970er Jahren stieg der Konzern u.a. in das Reise- und das Reinigungsgeschäft ein und beteiligte sich an Warenhäusern in Frankreich, Belgien, Österreich und den USA. 1988 betrieb J. in der Schweiz 231 Verkaufsstellen. Die Zahl der Mitarbeiter betrug 1899 72, 1935 875, 1945 1'300, 1966 2'700 und 1988 5'200, der Gesamtumsatz 1967 520 Mio. Fr. sowie 1988 1'471 Mio. Fr.

<b>Jelmoli</b><br>Werbeplakat für das Zürcher Geschäft, 1938 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>Jelmoli ist in Zürich seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts präsent. Das Warenhaus an der Sihlstrasse wurde 1899 eröffnet und 1937 grundlegend erneuert. Das Gebäude auf dem Plakat erfuhr 1979 einen neuerlichen Umbau.<BR/>
Werbeplakat für das Zürcher Geschäft, 1938 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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1989 begann der Umbau von J., den Walter Fust (ab 1996 Mehrheitsaktionär von J.) fortsetzte: Das Filialnetz wurde gestrafft, das Warenhausgeschäft auf das Stammhaus in Zürich konzentriert und die frei gewordenen Liegenschaften durch eine Immobilienabteilung bewirtschaftet. 1989 übernahm J. die Mehrheit an der Hans Imholz Holding AG und legte sie mit Jelmoli-Reisen zu Imholz Reisen zusammen. Mit dem Kauf der Mehrheit an der Dipl. Ing. Fust AG 1994 erschloss J. neu den Fachmarkt. 1995 wurden die Grands Magasins Jelmoli zur Jelmoli Holding AG. Unter Fust wurden zu wenig rentable Teile verkauft (1996 die Mehrheit von Jelmoli-Versand, 1999 Imholz Reisen), zugleich wurde in das Detailhandelsgeschäft investiert, Shopping- und Bürocenter sowie EuroFust-Märkte eröffnet und das Immobilienmanagement intensiviert. 2004 beschäftigte die Holding 2'600 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 1,1 Mrd. Fr. 2003 wurde der dt. Financier Georg von Opel Mehrheitsaktionär.


Literatur
– H.R. Schmid, Das J.-Buch, 1959

Autorin/Autor: Markus Bürgi