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Escher, Wyss & Cie.

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1805 gründete Hans Caspar Escher mit dem Bankier Salomon von Wyss in Zürich eine mechan. Spinnerei, der die beiden eine Maschinenbauabteilung angliederten, in der Textilmaschinen, Wasserräder, Wasserturbinen, Kraftübertragungsanlagen, ab 1835 auch Schiffe samt Kessel und Dampfmaschine hergestellt wurden. Bald baute die E. Dampfmaschinen auch für ortsfeste Anlagen und Lokomotiven. 1840 wurde eine Filiale in Leesdorf (Niederösterreich), 1856 eine in Ravensburg eröffnet. Nachdem der Maschinenbau die Spinnerei überflügelt hatte, wurde diese 1860 eingestellt. Unter der Direktion von Hans Zölly konzentrierte sich die Firma auf Wasser- und Dampfkraftmaschinen und produzierte auch Kälteanlagen. 1904-29 wurden in Syndikaten Dampfturbinen weltweit für therm. Kraftwerke, Schiffe und Lokomotiven hergestellt. E. wurde in dieser Zeit auch führend für die hydraulischen Anlagen von Wasserkraftwerken. 1891-94 erfolgte der Bau der Industrieanlage in Zürich-Hard, 1916 wurde eine weitere Filiale in Lindau (Bayern), 1920 eine in Schio (Veneto) eröffnet. 1935 benannte sich die v.a. im Exportbereich tätige Firma in Escher Wyss AG um. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sie sich zu einem weltweit tätigen Konzern. Zürich blieb jedoch Mittelpunkt mit den Schwerpunkten Forschung, Entwicklung und Konstruktion sowie Herstellung von Präzisionsteilen. Das Stammhaus beschäftigte 1963, zur Zeit der grössten Blüte, 2'300 Personen. Nach einem Absatzrückgang wurde das Unternehmen 1969 von Sulzer übernommen. 1983 erfolgte die Gründung der Sulzer-Escher Wyss AG mit den Kernproduktionsbereichen Hydraulik und therm. Turbomaschinen. Seit den 1990er Jahren wird die ehemalige Industriezone in der Hard im Sinn einer gemischten Nutzung neu beplant bzw. überbaut: 1993 wurde der Technopark fertig gestellt, weitere Bauten und Umbauten (Schiffbau, Mobimo-Hochhaus, Accor-Hotels, Westpark, Überbauung Puls 5) folgten.


Literatur
150 Jahre Escher Wyss, 1955
– H.P. Bärtschi, Industrialisierung, Eisenbahnschlachten und Städtebau, 1983
Industrieareal Sulzer-Escher Wyss, hg. von R.W. Scholz et al., 1996

Autorin/Autor: Hans Stadler