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Erlach (Herrschaft, Amtsbezirk)

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Adelsherrschaft 11. Jh.-1474, bis 1798 bern. Landvogtei, ab 1803 Oberamt, seit 1831 Amtsbez. BE. Im Nordwesten ist der Amtsbez. E. durch die Zihl, im Westen durch den Neuenburgersee begrenzt. Im Osten stösst er an den Amtsbez. Nidau und im Süden an den Kt. Freiburg.

Burkhard von Fenis, 1072-1107 Bf. von Basel, erbaute um 1100 die Burg E. und verlegte damit den Stammsitz der Vorgänger der Gf. von Neuenburg von der Burg Fenis an den Wasserweg. Nach der Erbteilung im Hause Neuenburg verlieh Gf. Rudolf II. von Neuenburg-Nidau 1264/66 dem Hauptort E. eine Handfeste. 1265 errang Gf. Peter II. von Savoyen die Oberlehensherrschaft über E. Das Amt des Kastlans war den Rittern und Junkern von E. anvertraut. Die kleine Adelsherrschaft umfasste neben Burg und Städtchen E. die Orte Brüttelen, Gampelen, Gäserz, Ins, Lüscherz, Finsterhennen, Müntschemier, Mullen, Treiten, Tschugg und Vinelz. Nach dem Tod Isabellas von Neuenburg (gestorben 1395), Witwe des letzten Gf. von Nidau, wurde E. durch die Savoyer direkt verwaltet, 1407 dem burgund. Haus de Chalon verliehen. E. lag somit im Kampf der Berner gegen Karl den Kühnen in Feindesland; Stadt und Herrschaft wurden 1474 erobert und 1476 als bern. Landvogtei eingerichtet. Erster Landvogt wurde Rudolf von E., zuvor Kastlan des Hauses de Chalon. Die Helvetik schuf 1798 den Distrikt Seeland mit E. als Hauptort, der Kt. Bern 1803 das Oberamt E. Zum alten Herrschaftsbestand kamen damals Siselen (von Nidau) sowie die ehem. Vogtei St. Johannsen hinzu.


Literatur
Aus der Gesch. des Amtes E., 1974
– H.-R. Egli, Die Herrschaft E., 1983
Kdm BE Land 2, 1998, 5-7, 41 f.

Autorin/Autor: Hans-Rudolf Egli