Galgenkrieg

Der unblutig verlaufene Konflikt des sog. G.s steht im Zusammenhang mit der Reformation sowie mit gerichtsherrl. Auseinandersetzungen zwischen Solothurn und der Stadt Basel um Gebiete am Juranordhang, die Solothurn kurz zuvor erworben hatte. Der Konflikt brach aus, als im Febr. 1531 Leute aus Reigoldswil einen Ermordeten vom sog. Grauenboden nördlich des Passwangs in ihr Dorf hinuntertrugen und Solothurn, das den Grauenboden zu seinem Hochgerichtsgebiet zählte, dies als Verletzung seiner Territorialhoheit interpretierte. Bern griff als Vermittler ein. Als Basel darauf die Hochgerichtsbarkeit über Dornach, Hochwald, Büren, Nuglar, St. Pantaleon, Seewen und Gempen forderte, errichtete Solothurn in Gempen einen neuen Galgen (Zeichen des Hochgerichts). Basel liess diesen am 25.6.1531 zerstören. Trotz Umstimmungsversuchen mehrerer Stände reagierte Solothurn mit einem militär. Auszug über den Passwang. Der Konflikt rief alle eidg. Orte (ausser Glarus und Appenzell) als Vermittler auf den Plan; die kath. Stände bildeten die Mehrheit. Ohne Basel anzuhören, beschlossen die eidg. Schiedboten die Wiederaufrichtung des Galgens in Gempen. Basel lenkte ein und Solothurn kam ihm insofern entgegen, als es das hohe Gericht in Nunningen östlich des Bachs der Stadt Basel zugestand (27.7.1531). Dem definitiven Vertrag vom 13.12.1532 gemäss verblieb Solothurn in Gempen hochgerichtlich nur das Recht, mit dem Schwert zu richten. Der Galgen wurde nicht mehr aufgerichtet.


Literatur
– B. Amiet, Die solothurn. Territorialpolitik von 1344-1532, 1929, 98-100
Gesch. der Landschaft Basel und des Kt. Basellandschaft, 1932
SolGesch. 2, 29-32

Autorin/Autor: Othmar Noser