02/03/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken
No 1

Petrarca, Francesco

geboren 20.7.1304 Arezzo,gestorben 18.7.1374 Arquà (heute Arquà Petrarca bei Padua). Sohn des Pietro di ser Parenzo, Notars, und der Eletta Canigiani. Ab 1316 Stud. der Rechte in Montpellier, ab 1320 in Bologna. 1326 Eintritt in den geistl. Stand. 1330-47 im Dienst des Kardinals Giovanni Colonna, 1353-61 im Dienst von Ebf. Giovanni Visconti, zahlreiche Reisen. Mit seinen humanist. Studien übte er stärksten Einfluss auf die Humanisten späterer Generationen aus, in der Schweiz etwa auf Glarean; seine Gedichte in ital. Sprache wurden zum Vorbild für die Lyrik der folgenden Jahrhunderte. In "De Gestis Cesaris" schildert P. die Kämpfe Julius Cäsars gegen die Helvetier und schlägt gelegentlich Bezüge zur Gegenwart, z.B. zur Genfer Rhonebrücke einst und jetzt (Kap. 3), doch fehlen Vergleiche zwischen Helvetiern und "Schweizern"; auch die eidg. Bünde nimmt er nicht als polit. Gebilde wahr. 1356 hielt P. sich in Basel auf und kommentierte das Erdbeben als Beispiel für die Unbeständigkeit der Fortuna. Die Stadt charakterisiert er als "semilatina", d.h. zwischen Romania und den nördl. Barbaren situiert. Über die Basler Petrarca-Ausgaben verbreitete sich später auch sein Ruhm als Dichter nördlich der Alpen.


Literatur
– F. Hieronymus, «P. und Basel», in Nel libro di Laura, hg. von L. Collarile, D. Maira, 2004, 39-65

Autorin/Autor: Volker Reinhardt