Baldiron, Alois

gestorben wohl Jan. 1632. Der aus dem südtirol. Fleimstal (heute Val di Fiemme, I) stammende B. trat 1596 in habsburg. Dienste. Im Okt. 1621 fiel er als Oberbefehlshaber der span.-österr. Truppen im Dienste des österr. Ehzg. Leopold V. mit 8'000 Mann vom Vinschgau ins Münstertal ein und besetzte anschliessend das Engadin, das Prättigau, Chur und Maienfeld (Bündner Wirren). Nach dem Prättigauer Aufstand im April 1622 kapitulierte er in Chur und erhielt freien Abzug. Im Sept. 1622 kehrte B. mit einem Regiment von 10'000 Mann zurück und eroberte in einem zweiten blutigen Feldzug erneut das Unterengadin, Davos und das Prättigau. Nach dem Lindauer Vertrag vom 30.9.1622, der das Unterengadin und den grössten Teil des Zehngerichtenbunds zum österr. Untertanenland machte, verliess B. im Dez. 1622 das kriegszerstörte Bündnerland. Wohl aufgrund seiner militär. Verdienste für die Habsburger konnte B. in Mähren Besitz erwerben und wurde dort landsässig. Am 30.7.1630 wurde er von Ks. Ferdinand II. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. B. lebt im kollektiven Bewusstsein Graubündens als grausamer Kriegsherr weiter.


Literatur
– R.O. Tönjachen, B. und die drei rät. Bünde, 1930
– G. Reitinger, Die Organisation der Feldzüge Ehzg. Leopolds V. gegen Graubünden 1620-1623, 1954

Autorin/Autor: Marco Jorio