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Karamzin, Nikolai Michailowitsch

geboren 12.12.1766 Michailowka (Gouvernement Simbirsk, heute Uljanowsk, Russland), gestorben 3.6.1826 St. Petersburg, russ.-orthodox, Russe. Der Schriftsteller K. wurde v.a. durch seine Romane, Novellen und poet. Balladen bekannt, aber auch durch seine "Geschichte des russ. Reiches" (12 Bde., 1816-26; dt. 11 Bde., 1820-33). 1803 wurde er kaiserl. Historiograf, 1816 Staatsrat. Unter dem Einfluss des Philhelvetismus korrespondierte K. ab 1786 mit Johann Kaspar Lavater und übersetzte während seines Aufenthalts in Genf (1789) Charles Bonnets "Contemplation de la nature" sowie Werke von Salomon Gessner und Albrecht von Haller ins Russische. Auf seiner Kavalierstour durch Westeuropa 1789-91 besuchte er als grosser Bewunderer Jean-Jacques Rousseaus die Schweiz, der er in seinem Werk "Briefe eines russ. Reisenden" (6 Bde., 1797-1801; dt. 3 Bde., 1799-1802) beträchtlich viel Platz einräumte.


Literatur
– F. Pamp, «Charles Bonnet und K.», in Revue de littérature comparée 30, 1956, 87-92
Voyageurs européens à la découverte de Genève, 1685-1792, 1966
– E. Bryner, «K. und die Schweiz», in Schweizer Monatsh. 52, 1972, 592-601
– G. Lehmann-Carli, «K.s Lavater-Rezeption», in Zs.f. Slawistik 36, 1991, 505-517

Autorin/Autor: Jean-Daniel Candaux / GL