23/07/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken
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Eck, Johannes

geboren 13.11.1486 (Johannes Maier) Egg an der Günz (Schwaben), gestorben 10.2.1543 Ingolstadt (Oberbayern). Sohn des Michael Maier, Amtmannes. Den ersten Unterricht erhielt E. von seinem Onkel in Rottenburg am Neckar. Ab 1498 studierte er Philosophie und Theologie an den Univ. Heidelberg, Tübingen, Köln und Freiburg i.Br. (1501 Magister Artium, 1505 Baccalaureus Biblicus). 1508 wurde er zum Priester geweiht. Nach seiner Promotion 1510 war er bis zu seinem Tod Prof. der Theologie in Ingolstadt. 1512 wurde er ausserdem zum Prokanzler der Universität und zum Domherrn in Eichstätt (Bayern) ernannt. Als erfolgreicher altgläubiger Gegenspieler der Reformatoren trat E. u.a. 1519 an der Leipziger Disputation gegen Karlstadt und Martin Luther an, 1526 an der Badener Disputation gegen Johannes Oekolampad und 1541 am Kolloquium von Worms gegen Philipp Melanchthon. Sein Hauptwerk "Enchiridion" (1525), ein Handbuch der neugläubigen "Glaubensirrtümer", war im 16. Jh. die meistverbreitete Schrift der kath. Literatur. E. war massgeblich an der Abfassung der "Confutatio" beteiligt, die das 1530 von Melanchthon am Augsburger Reichstag vorgelegte Bekenntnis ("Confessio Augustana") widerlegen sollte. Er gilt als umstrittene Persönlichkeit und als führender vortridentin. Kontroverstheologe.


Literatur
– T. Wiedemann, Dr. Johann E., 1865
Johannes E. (1486-1543) im Streit der Jahrhunderte, hg. von E. Iserloh, 1988
– C. Dittrich, Die vortridentinische kath. Kontroverstheologie und die Täufer, 1991

Autorin/Autor: André Zünd