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Sulzberger, Johann Ludwig

geboren 24.2.1815 Gachnang, gestorben 25.3.1882 Frauenfeld, ref., von Frauenfeld. Sohn des Johann Ludwig, Pfarrers, und der Elisabeth geb. Merkle. Bruder des Huldreich Gustav -> 2. ∞ 1859 Maria Elisabetha König geb. Egger, Tochter des Johannes. Rechtsstud. in Zürich, Berlin, Göttingen und Genf, 1837 thurg. Anwaltspatent. 1837-40 Anwalt in Frauenfeld. Ab 1840 Bezirksschreiber in Bischofszell, 1845-69 kant. Verhörrichter, 1851-52 Präs. des Bezirksgerichts Frauenfeld, 1852 Vizestatthalter. Um 1845 Gründer des radikalen Oberthurgauer Volksvereins, 1858 mit Fridolin Anderwert und Philipp Gottlieb Labhardt Mitgründer des oppositionellen liberalen Vereins, später führender Vertreter der Demokrat. Bewegung gegen Eduard Häberlin. 1845-69 Thurgauer Kantonsrat, 1852-81 Regierungsrat (Äusseres, Finanzen, Inneres, Volkswirtschaft), 1851-69 Nationalrat der demokrat. Linken. 1847 nahm S. eine harte Haltung gegenüber dem Sonderbund ein. Obgleich er an der Vorbereitung der Kantonsverfassung beteiligt war, lehnte er 1849 deren Einführung ab. 1852-82 wirkte er als Verwaltungsrat der thurg. Hypothekenbank, 1860 der Rentenanstalt und 1873-81 der Mobiliarversicherung. 1855-61 war er Mitglied der evang. Synode, zudem Präs. der Bürgergemeinde Frauenfeld. 1870 stiess S. die Gründung des Thurg. Handels- und Industrievereins an. Er betätigte sich als Korrespondent der "National-Zeitung", war Aktuar der Thurg. Gemeinnützigen Gesellschaft und 1859 Mitgründer des Hist. Vereins des Kt. Thurgau. 1873 Ehrenmitglied des Grütlivereins.


Archive
– StATG, Nachlass
Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 714 f.
– A. Schoop, Johann Konrad Kern 1, 1968
– M. Mebold, Eduard Häberlin, 1820-1884, 1971

Autorin/Autor: André Salathé