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Ramsperger, Augustin

geboren 16.6.1816 Guntershausen bei Aadorf, gestorben 14.11.1880 Luzern, kath., von Guntershausen und ab 1858 von Frauenfeld. Sohn des Augustin, Kantonsrats und Oberrichters. ∞ 1840 Louise Rogg, Tochter des Louis, Hauptmanns. 1833-34 Stud. der Philosophie in Freiburg, 1835-37 der Rechte in Freiburg i.Br. und Heidelberg. 1838 Prokurator, 1843 Fürsprecher. Ab 1843 Anwalt in Frauenfeld, 1846-47 Redaktor der kath. "Thurgauer Wochenzeitung", 1847-69 Oberrichter (ab 1857 Präs.). 1840-69 thurg. Kantonsrat (ab 1853 abwechselnd mit Eduard Häberlin Präs.), 1863-69 Nationalrat, 1868-69 kant. Verfassungsrat. Ohne Führer einer kath. Partei zu sein, wurde R. zum polit. Haupt der Thurgauer Katholiken. In formalpolit. Fragen verfocht er liberale, in religiösen betont kath. Positionen. 1841 trat er für die Wiederherstellung der aarg. Klöster ein, 1846 rechtfertigte er den Sonderbund mit dem Verweis auf die Freischarenzüge. Als polit. Gegner Johann Konrad Kerns war R. für die Abschaffung der Justizkommission. Im Streit um die Linienführung der Eisenbahn im Thurgau stand R. auf der Seite Häberlins, was neben seiner Ablehnung der neuen thurg. Verfassung 1869 ein Grund für seine Abwahl aus Kantons- und Nationalrat war. Fortan war R. als Anwalt und Korrespondent konservativer Blätter in Luzern tätig. 1857-80 Verwaltungsrat der Thurg. Hypothekenbank. 1842-69 kath. Kirchenrat. 1859-61 Präs. der Thurg. Gemeinnützigen Gesellschaft. 1861-69 Erziehungsrat im Thurgau, 1871-73 in Luzern. Führendes Mitglied des Piusvereins und der Schweiz. Gemeinnützigen Gesellschaft.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 710 f.
– A. Schoop, Johann Konrad Kern 1, 1968

Autorin/Autor: André Salathé