Neuenegg

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Laupen, die auf einem Plateau am rechten Senseufer liegt und die Dörfer N. sowie Thörishaus (halb), versch. Weiler, u.a. Bärfischenhaus, Bramberg, Brügelbach sowie Landstuhl, und einen Anteil des Forsts, eines Waldgebiets der Burgergem. Bern, umfasst. 1228 Nuneca, 1235 Nuwenegge. 1764 779 Einw.; 1850 2'155; 1900 2'111; 1950 2'800; 1980 3'727; 2000 4'362.

Der Ort gehörte zur Herrschaft Laupen und gelangte mit dieser 1324 an die Stadt Bern. Unter Bern war N. einer von sechs Gerichtsbezirken der Vogtei Laupen; das Gericht tagte vor dem Kirchhof, später im Wirtshaus. Militärisch gehörte N. zum Landgericht Sternenberg (oder N.), dessen ma. Gerichtsstätte (Landstuhl, heute Hofname) an der Landstrasse nach Bern lag. Am Bramberg fanden die Entscheidungsschlacht im Laupenkrieg 1339 (Denkmal von 1853) und ein Gefecht beim Franzoseneinfall 1798 statt (Obelisk von 1864-66).

Die 1227 erw. Johanneskirche (Schiff 13./14. Jh., Chor um 1452, Turm 1512-16) war das Zentrum einer Pfarrei, zu der bis zur Reformation 1528 auch das Städtchen Laupen und der linksufrige Talgrund um Flamatt gehörten. Der Kirchensatz kam als Schenkung Ks. Friedrichs II. 1227 an den Dt. Orden, 1235 an deren Kommende Köniz und mit dieser 1729 an Bern. Vom 17. Jh. an bestand im Dorf N. eine Schule. Im 19. und 20. Jh. wurden Schulhausbauten auch in Landstuhl, Bramberg, Süri sowie N.-Au errichtet, 1909 in N. die Sekundarschule.

N. lag an der Transitroute Bern-Freiburg, die anfänglich über Laupen und ab 1470 von N. direkt über die von Freiburg erbaute zollpflichtige Sensebrücke führte. Infolge der neuen Verkehrsführung durch das Wangental (Landstrasse 1857, Bahnlinie 1860, Autobahn ab 1976) wird das Gemeindegebiet seit der 2. Hälfte des 19. Jh. von dieser Verkehrsachse nur mehr in Thörishaus gestreift. Ab 1960 geriet N. in den Sog der Agglomeration Bern; es entstanden versch. neue Quartiere, u.a. Striten, Pfrundgschick und Zilmatt. Mit dem Anschluss an die Sensetalbahn Flamatt-Gümmenen 1903 eröffnete Nestlé in der bis dahin bäuerl.-kleingewerbl. Gemeinde eine Milchsiederei, die 1921 eingestellt wurde. Die Fabrikanlagen übernahm die Berner Firma Wander AG 1927 für ihre Malzprodukte (Ovomaltine usw.), ab 1967 unter Basler Firmen (Sandoz AG, Novartis AG). 2002 von der Firma Associated British Food übernommen, blieb die Wander AG neben Firmen der Baubranche und Holzverarbeitung der grösste Arbeitgeber in N., wo sie seit 2006 ihre Produktionstätten konzentriert. 2005 stellte der 2. Sektor 40%, der 3. 43% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Literatur
– H.A. Michel, «Gem. N.», in BZGH 42, 1980, 81-128

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler