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Grünenfelder, Emil

geboren 6.6.1873 (Johann Aemilian) Vilters-Wangs, gestorben 25.5.1971 St. Gallen, kath., von Wangs (Gem. Vilters-Wangs). Sohn des Johann Anton, Kleinbauern und Zimmermanns. ∞ Maria Nüssli, Tochter des Johannes, Müllers, Wirts und Kaufmanns. Gymnasium in Schwyz, Lyzeum in Stans, Rechtsstud. in Freiburg und Bern, 1898 lic. iur. 1898-99 Praktikant im Anwaltsbüro von Carl Zurburg in Altstätten. 1899-1920 selbstständiger Anwalt in Flums und 1912-15 Verlagsleiter des "Sarganserländers". 1909-20 konservativer St. Galler Grossrat, 1921-42 Regierungsrat des Kt. St. Gallen, 1926-27, 1932-33 und 1937-38 Landammann. 1905 bis zu seiner Abwahl 1943 Nationalrat. 1927-36 Präs. der Konservativen Volkspartei des Kt. St. Gallen. Im Regierungsrat stand G. dem Justizdep. vor. Er war massgeblich an der Ausarbeitung des kant. Gesetzes über die Zivilrechtspflege, der kant. Einführungsgesetze zum ZGB mit dazugehörender Vollziehungsverordnung, des kant. Einführungsgesetzes zum Strafgesetzbuch und einer Vielzahl von Erlassen zum Wasserrecht und Fischereiwesen beteiligt. Er erwirkte die Einführung der Pachtjagd im Kt. St. Gallen, womit die Gem. zusätzliche Einnahmen erzielten. Unermüdlich setzte er sich für das Seez-Meliorationswerk ein, u.a. 1900-70 als Präs. des sog. Seezunternehmens. Aktiv arbeitete er auch in der Meliorationskommission für die Rhein- und Linthebene mit. G. war ein vehementer Verfechter des sog. Schweizerbürger-Prinzips im sankt-gall. Wahlrecht und gab den Anstoss zur sog. Flumser Initiative, die 1920 als Grundlage für die Grossratswahlen nicht mehr die Zahl der Gesamtbevölkerung, sondern nur noch jene der Schweizer Bürger durchsetzte. 1963 kämpfte er wiederum erfolgreich für das gleiche Anliegen. Im Nationalrat befasste er sich v.a. mit jurist. Fragen. G. wirkte massgeblich an der Ausarbeitung des Schweiz. Strafgesetzbuches mit.


Werke
Gesch. des Seezunternehmens von 1851 bis 1965, 1966
Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 558
– «Die Landammänner des Kt. St. Gallen, 2. Tl.: 1891-1972», in NblSG 113, 1973, 30 f.

Autorin/Autor: Wolfgang Göldi