Golaten

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Laupen. Die Gem., die das gleichnamige Dorf, den Dorfteil Lachen und mehrere Hofgruppen (Mannenwil, Wittenberg) umfasst, liegt auf einer Terrasse über dem Stausee Niederried und dem Zusammenfluss von Saane und Aare. 983-993 Gulada, 1277 Golatun. 1764 139 Einw.; 1850 370; 1900 330; 1950 317; 2000 331. Röm. Leistenziegel- und Keramikfragmente wurden westlich des Hofs Wittenberg entdeckt. Die Abtei Saint-Maurice hatte im 10. Jh. Grundbesitz in G., das als Teil der Herrschaft Oltigen 1410/12 an Bern fiel und bis 1483 der bern. Vogtei Oltigen und danach - im Niedergericht Wileroltigen - bis 1798 der Landvogtei Laupen unterstellt war. Die Reformation änderte an G.s alter Zugehörigkeit zum Kirchspiel Kerzers nichts, da beide Gem. 1528 reformiert wurden; die spätma. Kapelle im Unterdorf ging ab. 1798 blieb die Gem. beim Kt. Bern (Amtsbez. Laupen), trotz Ansprüchen des Kt. Freiburg. Das Dorf, in dem früher Getreide- und auch Wein angebaut wurde, hatte mit den benachbarten Gurbrü und Wileroltigen Weide- und Heurechte (1563 bzw. 1572 erw.) im Gr. Moos. Als Bern diesen Gem. 1793 Moosland zuwies, eskalierte die Entwicklung im Mooskrieg mit den freiburg. Nachbargemeinden; das "Golatenmoos" liegt in der Gem. Kallnach. In G. selbst fand 1942-46 eine Gesamtmelioration statt. Die Landwirtschaft ist heute auf Gemüsebau spezialisiert; neben einer Baumschule bestehen einige kleingewerbl. Betriebe. 2000 pendelte gut die Hälfte der Erwerbstätigen nach Kerzers und Bern. Die Uferzone am Stausee ist Naturreservat; die Fähre (1606 erw.) befand sich früher etwas weiter flussaufwärts beim Weiler Oltigen.


Quellen
SSRQ BE II/5
Literatur
– H. Schneeberger, Bauinventar der Gem. G., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler