Clavaleyres

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Laupen, südl. des Murtensees. Deutschsprachige bern. Enklave im Grenzgebiet der Kt. Freiburg und Waadt, mit dem Dörfchen C. und einigen Höfen. 1764 31 Einw.; 1850 99; 1880 118; 1900 102; 1950 72; 2000 53. Frühe Zeugnisse menschl. Präsenz sind Bronzeringe und -fragmente der Latènezeit, röm. Siedlungsreste, evtl. ein Gutshof im Hubel. Im MA gehörte der Hof C. zur Klosterherrschaft Münchenwiler, deren polit. Entwicklung und die kirchl. Zuteilung zu Murten ab 1484 er teilte. Kurz vor der Reformation wurde C. 1527 bernisch, 1535 Teil der bernburgerl. Herrschaft Münchenwiler. Durch Hofteilungen entstand bis ins 18. Jh. ein "Dörflein". 1798 kam C. zu Freiburg, 1807 zum Kt. Bern. Die Einwohner der bäuerl. Gem. schicken ihre Kinder nach Münchenwiler zur Schule. Versuche der Kantonsregierung, u.a. 1895, Münchenwiler mit C. zu vereinigen, scheiterten am Widerstand von C.


Literatur
– K.L. Schmalz, «Der Kampf um die Wiedervereinigung der Gem. Münchenwiler und C. mit dem Kt. Bern 1798-1807», in AHVB 37, 1944, 483-542

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler