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Berchtold, Jean Nicolas Elisabeth

geboren 5.12.1789 Freiburg,gestorben 27.9.1860 Freiburg, kath., von Freiburg. Sohn des Joseph-Antoine, Lehrers. ∞ 1) Angélique de Beaupré (der er in Polen begegnet war), 2) Rose-Marie Dupont, Tochter des Joseph-Nicolas-Emmanuel, Hutmachers, Gemeinderats. Kollegium in Freiburg, Wanderjahre durch Europa als Student und Hauslehrer. 1819 Dr. med. in Landshut (Bayern). 1835 Rückkehr nach Freiburg, 1836-47 Arzt am Bürgerspital, gleichzeitig als Literat und Historiker tätig. 1838 Sekr. des Erziehungsrats, 1844 Vizepräs. und Sekr. des Gesundheitsrats. 1846 radikaler Abgeordneter der Stadt im Gr. Rat. Obwohl B. am radikalen Aufstand nicht unmittelbar beteiligt war, wurde er am 17.1.1847 inhaftiert. Nach sechs Monaten Untersuchungshaft flüchtete er nach Bern. Nach der Errichtung des radikalen Regimes 1847 wurde B. in den Freiburger Grossrat (1847-55) gewählt und zum Staatskanzler (1847-52) ernannt. 1853-55 Ständerat. Seine Bemühungen um Eindämmung des klerikalen Einflusses brachten den liberalen Katholiken und Bewunderer Pater Gregor Girards in Konflikt mit der Kirche. 1855, kurz vor dem Sturz des radikalen Regimes, zog er sich aus der aktiven Politik zurück. 1859 veröffentlichte er die Schrift "Isis ou l'initiation maçonnique", eine Darstellung seines geistigen Ideals. Er gehörte 1840 zu den Gründern der Société d'histoire du canton de Fribourg und war 1848-60 Mitglied der Scholarenkammer. Ihm ist die erste, sehr parteiische Kantonsgeschichte zu verdanken.


Werke
Dissertation sur le crétinisme, 1843
Histoire du canton de Fribourg, 3 Bde., 1841-52
(Hg.) Thesaurus medicinae par Ulrich Bidermann, chirurgien, de Fribourg en Suisse, 1552, 1855
Archive
– StAFR, Nachlass
Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 381 f.

Autorin/Autor: Marianne Terrapon-Schweizer / AA