Wyrsch [Würsch]

Altes Landleutegeschlecht in Unterwalden, das seit dem SpätMA in Nidwalden in den Quellen erscheint. Im Gegensatz zu den Landleuten hatten die W. als alte Landleute das gemeinsame Landrecht in ganz Unterwalden (Ob- und Nidwalden) und waren berechtigt, in beiden Tälern an der Landsgemeinde teilzunehmen. Die W. stammten aus Emmetten und verbreiteten sich bereits im SpätMA in Nidwalden. Ältester bekannter Vertreter ist Nikolaus, der 1366 als Zeuge auftrat. 1399 kaufte Johann Fischenzen in Stansstad. Im Ringgenberger Handel (1380-81) erlangten die W. Einfluss. Im 16. Jh. spaltete sich von der Emmetter eine Buochser Linie ab. Vertreter der Buochser Linie amtierten als Ratsherren, Richter und Dorfvögte und stiegen ins Patriziat auf; der Familienzweig wurde zu einem der führenden Nidwaldner Geschlechter. Vom 18. Jh. an stellte er auch Ärzte (u.a. Jakob, -> 7, und sein gleichnamiger Sohn, -> 8), Vertreter gewerbl. Berufe, Kaufleute sowie Künstler (u.a. Johann Melchior, -> 9). Die Vertreter der Emmetter Linie erhielten auch ein Ürterecht in Beckenried. Bis ins 20. Jh. lebten die meisten Angehörigen der Emmetter und Beckenrieder Linie von der Landwirtschaft. In der Neuzeit setzte sich für die Buochser Linie vorwiegend die Schreibweise Wyrsch, für die Emmetter und Beckenrieder Linie die Schreibweise Würsch durch. Melchior ( -> 11), Alois ( -> 2) und Alfred ( -> 1) vertraten Nidwalden im Nationalrat; Jakob ( -> 6), der sich auch um die Geschichtsforschung im Halbkanton verdient machte, war Ständerat.


Archive
– StANW
– StASZ
Literatur
Schweiz. Geschlechterbuch 7, 695-703
– F. Niederberger, Die Bereinigung der Schreibweise der Familiennamen in Nidwalden, 1951 (StANW)

Autorin/Autor: Nadia Christen