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Turrettini, Théodore

geboren 27.4.1845 Genf, gestorben 7.10.1916 Genf, ref., von Genf. Sohn des Alphonse-Théodore Albert, Bankiers, und der Marie-Anne-Charlotte geb. Rigaud. Neffe von William ( -> 11) und Auguste ( -> 1). ∞ Catherine-Marguerite Favre, Tochter des Alphonse Favre. Schwager des Léopold Favre. 1867 Ingenieurdiplom der Ecole spéciale in Lausanne. Tätigkeit in Frankfurt und bei Siemens in Berlin. Kontakte zu Naturwissenschaftern in Paris. Von 1870 bis zu seinem Tod war T. Direktor der Société genevoise d'instruments de physique. Seinen Auftrag, das 1860 gegr. Unternehmen auf die Produktion von Industriemaschinen umzustellen, erfüllte er, indem er Kälteanlagen entwickelte und den damals aufstrebenden Markt der Energieversorgung bearbeitete. T. empfahl sich mit einem Projekt für ein städt. Kraftwerk für den Stadtrat, wurde 1882 gewählt und leitete in dieser Funktion 1883-86 den Bau des Hochdruckkraftwerks von La Coulouvrenière, das sein grösstes Werk wurde. T. war ein international anerkannter Experte für die Übertragung von Energie aus zentralen Kraftwerken. 1891 sass er mit den besten Fachleuten in der International Niagara Commission, die sich mit der Planung eines Kraftwerks von mehreren Tausend PS oberhalb der Niagarafälle befasste. Diese Erfahrung kam ihm beim Bau des Elektrizitätswerks (18'000 PS) von Chèvres 1893-96 zugute. 1882-1910 Gemeinderat (Legislative), 1882-1902 Stadtrat (Exekutive), 1901-16 demokrat. Genfer Grossrat, 1906-11 Nationalrat (Mitte). Präs. der Landesausstellung von 1896 in Genf. 1911 Dr. h.c. der Univ. Genf. Artillerieoberst.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 971 f.
Livre du Recteur 6, 93 f.
– S. Paquier, Histoire de l'électricité en Suisse, 2 Bde., 1998

Autorin/Autor: Serge Paquier / BE