05/01/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken

Röschenz

Polit. Gem. BL, Bez. Laufen. Ursprünglich ein Strassendorf, im Lützeltal auf einer Terrasse des Blauen gelegen. 1290 de Roetschentzo, 1723 Reuschansse. 1580 33 Herdstätten; 1796 416 Einw.; 1850 445; 1900 564; 1950 887; 2000 1'608. Mesolith. Rastplatz, röm. Einzelfunde. Im 14. Jh. hatten die Frh. von Ramstein die Hälfte eines Hofs in R. vom Basler Bf. zu Lehen. 1459 gliederte der Bischof die Höfe unter der Verwaltung eines Meiers ins Amt Zwingen ein. 1525 erhielt R. das Burgrecht von Basel, nach der Reformation erfolgte in den 1580er Jahren die Rekatholisierung. Bis R. 1802 eine eigene Pfarrei wurde, waren seine Bewohner nach Laufen kirchgenössig; 1725 wurde eine Kapelle errichtet (1830 abgerissen), ab 1827 die Pfarrkirche St. Anna (in den 1960er Jahren vergrössert). 1792 gehörte R. zur Raurach. Republik, dann bis 1815 zum franz. Departement Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin. 1815 kam der Ort zum Kt. Bern, von dem er 1994 zum Kt. Basel-Landschaft wechselte. Landwirtschaft und ab dem 19. Jh. die Steinbrüche in R. und Umgebung bestimmten bis ins 20. Jh. hinein das wirtschaftl. Leben. Flurnamen weisen zudem auf Köhlerei hin. Zu Beginn des 21. Jh. prägten kleinere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe die Wirtsschaftstruktur der Gemeinde. Nach dem Bau der Jura-Simplon-Bahn 1875 wurde ein Postkutschenkurs nach Laufen eingerichtet. 1913 wurde die Challstrasse über den Blauen nach Metzerlen ausgebaut, 1977 das alte Schulhaus von 1838 durch ein neues ersetzt. Die Mehrzweckhalle (2004) beherbergt das Magazin der Stützpunktfeuerwehr Laufen. Die Nähe zum Bezirkshauptort und die in den letzten Jahren verbesserte Infrastruktur dürften zur Zunahme der Bautätigkeit in R. beigetragen haben. 2000 waren fünf Sechstel der Erwerbstätigen der Wohngemeinde Wegpendler.


Literatur
Heimatkunde R., 2002

Autorin/Autor: Patricia Zihlmann-Märki