• <b>Stephan Gutzwiller</b><br>Der Präsident des Verfassungsrats von Basel-Landschaft Stephan Gutzwiller, auf der Rednertribüne anlässlich des in Liestal begangenen ersten Jahrestages der Ereignisse vom 21. August 1831. Kolorierte Lithografie (Schweizerisches Nationalmuseum). Das Volksfest erinnerte an alle diejenigen, die während der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Baselbieter Antiseparatisten und Separatisten unter der Führung von Gutzwiller ums Leben gekommen waren.

No 7

Gutzwiller, Stephan

geboren 21.11.1802 Therwil, gestorben 29.8.1875 Interlaken, kath., von Therwil. Sohn des Joseph Thomas, Hufschmieds, und der Barbara geb. Häner. ∞ 1853 Clara Ziegler, von Solothurn. Jesuitenkolleg Solothurn, Rechtsstud. in Würzburg, Heidelberg und Basel, 1828 Anwalt und Notar. 1827-31 begann G. als Jurist und Grossrat in Basel eine vielversprechende Karriere. Angeregt von der Pariser Julirevolution forderte er die rechtl. Gleichstellung der Basler Landbürger mit den Stadtbürgern, organisierte die Versammlung vom 18.10.1830 in Bubendorf und war Verfasser der Petition von 810 Landbürgern an die städt. Behörden. Diese drängten ihn aber zunehmend in die Illegalität, und er stellte sich an die Spitze der Bewegung, die für die Rechtsgleichheit kämpfte, faktisch aber die Kantonstrennung bewirkte. Bei der Gründung und beim Aufbau des Halbkantons Basel-Landschaft spielte er eine Schlüsselrolle. Er war Präs. der provisor. Regierung von 1831, des Verfassungsrats 1832 und der Regierung 1832-33. In der Teilungskommission 1833-35 leitete er die Baselbieter Delegation. 1833-41 Landrat, 1835-38 Präs. des Erziehungsrats, 1832-34, 1836 und 1841 Tagsatzungsgesandter, 1834-37 Bezirksschreiber in Liestal. Dem Kt. Basel-Landschaft verschaffte er als Agent der Saline Schweizerhalle die erste finanzielle Basis und sich selbst ein bedeutendes Vermögen. Er setzte sich in den Verfassungsräten von 1832, 1838, 1850 und 1863 entschieden für die Verwirklichung der liberalen Fortschrittsideale und für ein Repräsentativsystem mit starken Behörden ein. Indem er die direktdemokrat. Ziele des Kreises um Emil Remigius Frey bekämpfte, wurde er zum Haupt der sog. Ordnungspartei. Er zog sich im Laufe der 1840er Jahre aus der Kantonspolitik zurück, ab 1846 lebte er in Arlesheim. 1841-53 und 1854-60 war er Oberrichter (mehrmals als Präs.), 1848-51 Ständerat und 1851-72 Nationalrat. Zudem gehörte er den Verwaltungsräten der Basellandschaftl. Hypothekenbank (1849-71) und der Centralbahn an (1860-64 sowie 1867-72). Mit seinem grossen Vermögen unterstützte er in Baselland Schulen, Bibliotheken und das Kantonsspital in Liestal.

<b>Stephan Gutzwiller</b><br>Der Präsident des Verfassungsrats von Basel-Landschaft Stephan Gutzwiller, auf der Rednertribüne anlässlich des in Liestal begangenen ersten Jahrestages der Ereignisse vom 21. August 1831. Kolorierte Lithografie (Schweizerisches Nationalmuseum).<BR/>Das Volksfest erinnerte an alle diejenigen, die während der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Baselbieter Antiseparatisten und Separatisten unter der Führung von Gutzwiller ums Leben gekommen waren.<BR/>
Der Präsident des Verfassungsrats von Basel-Landschaft Stephan Gutzwiller, auf der Rednertribüne anlässlich des in Liestal begangenen ersten Jahrestages der Ereignisse vom 21. August 1831. Kolorierte Lithografie (Schweizerisches Nationalmuseum).
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Literatur
– K. Birkhäuser, Der Baselbieter Politiker Stephan G., 1983

Autorin/Autor: Kaspar Birkhäuser