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Frey, Emil Remigius

geboren 9.10.1803 Basel, gestorben 17.2.1889 Arlesheim, ref., von Basel. Sohn des Remigius, Platzkommandanten, und der Anna Margarethe geb. Burckhardt, von Basel. ∞ Henriette Chatoney, von Murten. Gymnasium in Basel, Stud. der Rechte in Basel, Heidelberg, Göttingen und Paris, 1825 Dr. iur., 1826-31 PD an der Univ. Basel. Während der Basler Trennungswirren ergriff F. Partei für die Landschäftler. 1831 war er Mitglied der provisorischen Baselbieter Regierung und zog nach Münchenstein, das ihm 1832 das Ehrenbürgerrecht verlieh. Im selben Jahr begründete er als Vizepräs. des ersten Verfassungsrates den Kt. Basel-Landschaft mit. F. profilierte sich als Gegenspieler von Stephan Gutzwiller und stand während Jahrzehnten im Zentrum der direkt-demokrat. Gruppierung, die später als Bewegungspartei bezeichnet wurde. Ab 1835 redigierte er das oppositionelle "Baselbieter Volksblatt". Bis 1863 gehörte er allen Verfassungsräten an, 1832-35, 1841-54 und 1857-62 war er Mitglied und mehrmals Präs. des Obergerichts. 1833, 1836, 1838, 1842-46 und 1848 vertrat er den Landkanton bei der Tagsatzung. Nach dem Sonderbundskrieg schickte ihn die Eidgenossenschaft 1847-48 als Repräsentanten ins Wallis. 1848-51 war er Nationalrat, 1854-57 Mitglied der Kantonsregierung, 1864-67 Ständerat. F. war massgeblich am Erfolg von Christoph Rolles demokrat. Bewegung 1862-63 beteiligt. 1862-68 gehörte er dem Landrat, 1864-88 dem Verwaltungsrat der Basellandschaftl. Kantonalbank an (1878-81 Präs.). Im Alter betätigte er sich publizistisch, u.a. für die "Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft" und für den "Rechtsfreund".


Archive
– StABS, Nachlass
Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 477
– R. Blum, Die polit. Beteiligung des Volkes im jungen Kt. Baselland, 1977
– K. Birkhäuser, Der Baselbieter Politiker Stephan Gutzwiller, 1983
– F. Grieder, Der Baselbieter Bundesrat Emil F., 1988
Dr. Emil F., 1989

Autorin/Autor: Kaspar Birkhäuser