Burg im Leimental

Polit. Gem. BL, Bez. Laufen. Haufendorf auf der nördl. Hangterrasse des Blauenkamms, an der Landesgrenze zu Frankreich und abseits der Transitwege am in röm. Zeit häufiger begangenen Remelpass. 1168 Biedertan (Burg Alt-Biederthal), 1520 Bietterthal, 1632 Uf Burgthal, 1734 franz. La Bourg. 1722 187 Einw.; 1831 255; 1850 248; 1900 163; 1950 215; 2000 229.

Auf einem Felssporn über dem Dorf finden sich Mauerreste der 1230 durch die Gf. von Pfirt erbauten und 1356 zerstörten Burg Schönenberg sowie der 1168 von den Herren von Biederthal (Biederthan) gegründeten und im 13. Jh. aufgelassenen Burg Alt-Biederthal. Die östlich davon stehende Burg Biederthal wurde 1250 errichtet und nach 1600 zum Schloss (heutiges Schloss Burg) umgebaut. 1168 belehnte Ks. Friedrich I. Barbarossa das Haus Habsburg mit der Herrschaft Biederthal (Burg Alt-Biederthal und Dinghofkomplex). 1269 wurde der grössere Teil der Herrschaft dem Fürstbf. von Basel verkauft, ein Drittel des Hofs (heutige Gem. Biederthal, F) blieb jedoch beim Haus Habsburg. Im Schatten der Burg entstand das Dorf B. Die Herrschaft B. war 1401-1793 fürstbischöfl. Lehen der Herren von Wessenberg. 1520 bemächtigte sich die Stadt Basel der Burg, die aber nach Verhandlungen bald wieder in den Besitz des Fürstbischofs gelangte. An der Ständeversammlung des Fürstbistums war die Herrschaft B. mit einem Delegierten vertreten. Im Dreissigjährigen Krieg wurde B. geplündert und in Brand gesteckt. Die Schlosskapelle kam 1784 als Stiftung in den Besitz der Gemeinde und wurde 1787 erweitert; das Schloss selbst wurde 1810 an Private verkauft. 1793-1814 gehörte B. zu Frankreich, 1815-1993 zum Kt. Bern. In kirchl. Hinsicht war B. bis 1805 Teil der kath. Pfarrei Rodersdorf; 1874-1935 bildeten B. und Röschenz eine Kirchgemeinde. Infolge der Randlage entstand in B. keine Industrie; Haupterwerbszweige waren die Land- und Forstwirtschaft (Ackerbesitz oft im franz. Biederthal) sowie das Gewerbe (Holzverarbeitung, Öltrotte 1747-1880). Im 18. Jh. entwickelte sich ein bedeutender Fremdenverkehr nach Bad Burg (seit Mitte 17. Jh., 1926 abgebrannt, teilweiser Neubau). Seit 1960 steigt die Beliebtheit von B. als Wohngemeinde, in gleichem Masse der Wegpendleranteil in Richtung Basel.


Literatur
– E. Baumann, «Burg», in Vom solothurn. Leimental, 1980, 414-420
– W. Meyer, Burgen von A bis Z, 1981
– L. Jermann, «B.», in Jurabl. 47, 1985, 29-41

Autorin/Autor: Daniel Hagmann