• <b>Friedrich Salomon Vögelin</b><br>Nachruf in Versform mit Porträt und Zeichnung von  Johann Friedrich Boscovits,   erschienen im "Nebelspalter" vom 20. Oktober 1888 (Zentralbibliothek Zürich). Die satirische Zeitschrift würdigte nur wenige hochgeachtete Zeitgenossen mit einem Nekrolog. Zwischen dem aufgeschlagenen Lebensbuch und der Ämtertafel (Kantons-, Erziehungs- und Nationalrat) verweisen der Zettel und die Bücher auf Vögelins wichtigstes Anliegen, die "Verbesserung socialer Verhältnisse" sowie auf seine pionierhafte, 1878–1890 erschienene Kunsttopografie "Das Alte Zürich".

No 2

Vögelin, Friedrich Salomon

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geboren 26.7.1837 Zürich, gestorben 17.10.1888 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Anton Salomon ( -> 1). ∞ 1865 Maria Seline Gyr, Tochter des Rudolf, Bleichers. Gymnasium in Zürich, 1857-59 Theologiestud. in Basel, ab 1859 in Zürich, 1861 Staatsexamen, 1861-62 kunsthist. Studien in Heidelberg und Berlin, Italienreise. Ab 1862 Verweser, 1864-70 Pfarrer in Uster. Ab 1870 ao., 1877-88 o. Prof. für Kunst- und Kulturgeschichte an der Univ. Zürich. 1871-77 Geschichtslehrer am Seminar Küsnacht (ZH). Als Demokrat und Grütlianer 1868-69 Zürcher Verfassungsrat, 1869-84 Kantonsrat, 1872-81 Erziehungsrat, 1875-88 Nationalrat, 1883-88 Mitglied des Gr. Stadtrats von Zürich. Vorstandsmitglied von Bibliotheken und eines Theaters. Als erklärter Reformtheologe zählte V. zu den Wegbereitern der Demokrat. Bewegung. Er unterstützte die Schulreformen von Johan Caspar Sieber, setzte sich als führender Grütlianer für den gesetzl. Arbeiterschutz ein, forderte aber auch die Einführung des Proporzes für die polit. Beteiligung der kath.-konservativen Minderheit im Bundesstaat. Als Lehrer und Forscher vertrat er die hist. Methode mit Arbeiten u.a. zu Renaissance und Humanismus, war aber mehr Anreger; er suchte Wissenschaft und Volksbildung zu verbinden. Die Schaffung des Schweiz. Landesmuseums geht auf V.s Initiative zurück. 1885 Dr. h.c. der Univ. Basel.

<b>Friedrich Salomon Vögelin</b><br>Nachruf in Versform mit Porträt und Zeichnung von  Johann Friedrich Boscovits,   erschienen im "Nebelspalter" vom 20. Oktober 1888 (Zentralbibliothek Zürich).<BR/>Die satirische Zeitschrift würdigte nur wenige hochgeachtete Zeitgenossen mit einem Nekrolog. Zwischen dem aufgeschlagenen Lebensbuch und der Ämtertafel (Kantons-, Erziehungs- und Nationalrat) verweisen der Zettel und die Bücher auf Vögelins wichtigstes Anliegen, die "Verbesserung socialer Verhältnisse" sowie auf seine pionierhafte, 1878–1890 erschienene Kunsttopografie "Das Alte Zürich".<BR/>
Nachruf in Versform mit Porträt und Zeichnung von Johann Friedrich Boscovits, erschienen im "Nebelspalter" vom 20. Oktober 1888 (Zentralbibliothek Zürich).
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Archive
– Teilnachlässe in: StAAG, ZBZ
Literatur
– W. Betulius, Friedrich Salomon V. 1837-1888, 1956
– Gruner, Bundesversammlung 1, 120 f.
– A. Reinle, «Der Lehrstuhl für Kunstgesch. an der Univ. Zürich bis 1939», in Kunstwiss. an Schweizer Hochschulen 1, 1976, 73-78, 128

Autorin/Autor: Markus Bürgi