• <b>Emil Klöti</b><br>Der Zürcher Stadtpräsident in seinem Büro. Fotografie von  Hans Staub,  um 1939 (Fotostiftung Schweiz, Winterthur) © Fotostiftung Schweiz.

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Klöti, Emil

geboren 17.10.1877 Töss (heute Gem. Winterthur), gestorben 30.9.1963 Zürich, ref., von Winterthur und Zürich. Sohn des Konrad, Lehrers, Bezirksanwalts und Grütlianers, und der Elisabeth geb. Baumgartner. Ledig. 1896-1900 Stud. der Rechte und der Volkswirtschaft in Zürich, 1901 Dr. iur. K. war ab 1900 Sekr. des Steueramts des Kt. Zürich, ab 1902 der kant. Baudirektion, 1907-28 Zürcher Stadtrat (Steuer-, 1909 Finanz- und 1910 Bauwesen I) und 1928-42 Stadtpräsident von Zürich. Ab 1902 gehörte er der SP an und war Mitglied des VPOD. 1908-11 und 1917-19 sass K. im Kantonsrat, 1919-30 im Nationalrat (1921-22 erster Präs. der SP), 1930-55 im Ständerat. 1916-17 präsidierte er die SP, 1919 den von ihm mitbegründeten Internat. Verband für Wohnungswesen und Städtebau. Er hatte zahlreiche Verwaltungsratsmandate inne (u.a. Elektrizitätswerke des Kt. Zürich, SBB). 1921-63 war er Ersatzrichter des Kassationsgerichts, 1921-48 des Bundesgerichts. Als Bauvorstand und Stadtpräsident vertrat K., der dem rechten Flügel der SP angehörte, eine von Grünflächen und Freihaltezonen aufgelockerte Bauweise und prägte damit das Bild der schnell wachsenden Stadt. Er förderte besonders den kommunalen und den genossenschaftl. Wohnungsbau; mit dem von ihm initiierten Bebauungsplan für Gross-Zürich (1915) wurde er zum Pionier der Regionalplanung und zum Wegbereiter der zweiten Eingemeindung (1934). In der Krise führte er im "roten Zürich" (1928-38) Lohnabbau beim städt. Personal und Steuererhöhungen durch. Kantonal und auf Bundesebene engagierte sich K. für die Proporzwahl, er entwarf das Bundesgesetz von 1919 für die Proporzwahl des Nationalrats. 1929 und 1938 scheiterte seine Wahl zum Bundesrat am Widerstand der bürgerl. Mehrheit. 1930 Dr. sc. techn. h.c. der ETH Zürich, 1939 Dr. h.c. der Univ. Zürich für seine Verdienste um die Landesausstellung.

<b>Emil Klöti</b><br>Der Zürcher Stadtpräsident in seinem Büro. Fotografie von  Hans Staub,  um 1939 (Fotostiftung Schweiz, Winterthur) © Fotostiftung Schweiz.<BR/>
Der Zürcher Stadtpräsident in seinem Büro. Fotografie von Hans Staub, um 1939 (Fotostiftung Schweiz, Winterthur) © Fotostiftung Schweiz.
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Werke
Die Proportionalwahl in der Schweiz, 1901
Archive
– StadtA Zürich, Dok. Stadträte, Nachlass
– Sozarch, Teilnachlass
Literatur
Dr. Emil K., 1877-1963, [1963]
– P. Schmid-Ammann, Emil K., Stadtpräs. von Zürich, 1965
– Gruner, Bundesversammlung 1, 84

Autorin/Autor: Markus Bürgi