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Baumberger, Georg

geboren 8.3.1855 Zug, gestorben 21.5.1931 Zürich, kath., von Kirchberg (SG). Sohn des Zuger Apothekers Johann Georg B.-Platter. ∞ 1) Amalie Bick, Tochter des Peter, von Oberuzwil, 2) Paulina Trottmann, Tochter des Jakob, von Muri (AG). Nach der Lehre in einem Spezereigeschäft in Sitten führte B. zunächst eine Spezereihandlung in Speicher. 1881-86 wirkte er als Redaktor der "Appenzeller Nachrichten" in Herisau, 1886-1904 als Chefredaktor der Zeitung "Die Ostschweiz" in St. Gallen und 1904-19 als Redaktor der "Neuen Zürcher Nachrichten" in Zürich. Seine polit. Laufbahn führte ihn in St. Gallen in den Verfassungsrat 1890-91, den Gr. Rat 1901-05, den Erziehungsrat und den Parteiausschuss der Konservativen Volkspartei. 1905 war B. Mitbegründer des Schweiz. Kath. Volksvereins. In Zürich gründete er 1906 die Christlichsoziale Partei des Kt. Zürich, die er bis zu seinem Tode leitete. 1913-31 gehörte er dem Zürcher Gr. Stadtrat, 1917-20 dem Kantonsrat, 1919-31 dem Nationalrat an. 1912-31 war B. Mitglied des leitenden Ausschusses der Schweiz. Konservativen Volkspartei.

Nach der Übersiedlung nach Zürich wurde B. einer der führenden kath. Wirtschafts- und Sozialpolitiker seiner Zeit. Er kämpfte energisch für den Proporz in Kt. und Bund, einigte die Katholiken in der Zürcher Diaspora auf ein tragfähiges polit. Programm, wurde zum tatkräftigen Exponenten der christlichsozialen Bewegung ("Arbeiterführer") und nahm dank seinem profunden Wissen, seiner Rednergabe und seinem aussergewöhnl. Gedächtnis im Nationalrat bald eine hervorragende Stellung ein. Zu nennen sind v.a. seine Motion (1926) betreffend Massnahmen gegen die Entvölkerung der Berggebiete, seine populären und glänzenden Festreden an allen schweiz. Katholikentagen sowie an ähnl. Veranstaltungen im In- und Ausland. Als schreibgewandter Journalist und stilsicherer Schriftsteller befasste er sich mit zahlreichen hist., volkskundl., sozialwirtschaftl., religiösen und polit. Themen und verfasste auch bekannte Reisebeschreibungen. Dr. iur. h.c. der Univ. Freiburg. Ritter des Hl. Grabes.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 49 f., (mit ausführl. Werk- und Literaturverz.)

Autorin/Autor: Hugo Hungerbühler