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Abegg, Johann Jakob

geboren 23.7.1834 Küsnacht (ZH),gestorben 17.2.1912 Küsnacht, ref., von Küsnacht. Sohn des Bäckermeisters, Gemeindeammanns und Zunftrichters Hans Jakob, der sich 1850-53 als Seidenfabrikant versuchte. Cousin von Carl ( -> 4). Ledig. Besuch der Industrieschule Zürich, danach der Seidenwebschule in Lyon, wo er gleichzeitig in einem Seidengeschäft ausgebildet wurde. 1859-84 Teilhaber der Küsnachter Seidenfabrikationsfirma Kägi, Fierz & Cie., 1885-89 der Nachfolgefirma Abegg & Maeder. 1881 Mitbegr. der Zürcher Seidenwebschule, deren Aufsichtskomm. er über dreissig Jahre als Mitglied und Präs. angehörte. A.s polit. Laufbahn begann in Küsnacht, wo er wie seine Vorfahren mit kommunalen Ämtern betraut wurde (Gemeinderat, Schulpflege). Auch als kant. und eidg. Politiker setzte er sich für lokale Anliegen ein, was neben dem integren und bescheidenen Wesen seine grosse Popularität in der Zürichseegegend begründete. Er leitete die Sparkasse, die Wasserversorgung und den Lehrerverein seiner Heimatgem. und setzte sich massgebl. für den Bau der rechtsufrigen Zürichseebahn (1894) ein. 1868 wurde er als Liberaler in den demokrat. geprägten Zürcher Verfassungsrat gewählt; 1869-1911 sass er im Kantonsrat, den er 1899 präsidierte. Als Erziehungsrat (1890-1908) befasste er sich hauptsächl. mit finanziellen Aspekten und dem Aufbau des Lehrmittelverlages. 1887 erfolgte die Wahl in den Nationalrat, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Nach 1889 widmete er sich ausschliessl. der Politik. Als Mitglied der Geschäftsprüfungs-, Alkohol-, Zolltarif- und Eisenbahnkomm. setzte er sich v.a. mit volkswirtschaftl. und finanzpolit. Fragen auseinander. Als Wirtschaftsliberaler mit demokrat. Einschlag gehörte er zum Zentrum der liberalen Fraktion und übte eine vermittelnde Funktion aus. Infanterie-Major.


Literatur
NZZ, 1912, Nr. 49, 51, 52
– Gruner, Bundesversammlung 1, 47

Autorin/Autor: Ueli Müller