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Peterelli, Remigius

geboren 31.8.1815 Savognin, gestorben 10.2.1892 Bern, kath., von Savognin. Sohn des Johann Anton ( -> 2) und der Cresenzia geb. von Scarpatetti. ∞ 1841 Johanna de Latour, Tochter des Christian, Majors, von Breil/Brigels. Lateinschule St. Luzi in Chur, Gymnasien in Solothurn und Delsberg, Rechtsstud. in München und Heidelberg. 1839 Anwalt in Chur bei Ludwig Anton Vieli, dann Berufspolitiker. 1840 Bundsstatthalter, 1845 Tagsatzungsgesandter. 1843-45 Landvogt von Oberhalbstein, 1864-67 Landammann von Oberhalbstein, 1839-81 Grossrat (mit Unterbrechungen; 1851, 1854, 1857, 1861-62, 1871 Präs.), 1843-81 Mitglied der Standeskomm. (mit Unterbrechungen), 1846, 1851, 1854, 1857, 1861, 1862 Bundspräs. (Regierungsrat). 1864-65, 1866-68, 1869-71, 1872-73 und 1881-92 kath.-konvervativer Ständerat. Im Auftrag des Bundesrats mehrere Sondermissionen zum Hl. Stuhl. 1843-45 und 1852-54 Mitglied des Oberappellationsgerichts, 1848-51 und 1855-92 des Kantonsgerichts, 1849-57 und 1867-92 Gerichtspräs. des Bez. Albula. Von 1846 bis zu seinem Tod war P. unbestrittener Führer der Kath.-Konservativen und nach 1872 der kath. Föderalisten in Graubünden. Im Ständerat bildete er mit dem Protestanten Peter Conradin Romedi den berühmten "Zweispänner". Er lehnte 1848 die Bundesverfassung und 1849 die Fusion der Bündner Kantonsschulen ab. Als Vertreter des traditionellen Staatskirchentums (Ilanzer Artikel 1526) und konzilianter, dem Parteiwesen abgeneigter Politiker leistete P. zur Sonderbundszeit einen wesentl. Beitrag zur Vermeidung eines Konfessions- und nach 1872 eines Kulturkampfs in Graubünden. 1876-92 Verwaltungsrat der Bündner Kantonalbank. Ab 1833 Zofinger.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 621
Bedeutende Bündner aus fünf Jahrhunderten 2, 1970, 32-36
– Metz, Graubünden

Autorin/Autor: Adolf Collenberg