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Garbani-Nerini, Evaristo

geboren 26.10.1867 Russo (heute Gem. Onsernone), gestorben 16.2.1944 Lugano, Freidenker, von Gresso. Sohn des Carlo Antonio, Kaufmanns, und der Camilla geb. Conelli-Isorni. ∞ 1899 Nella Scala. Lic. iur. in Genf. 1893-96 Richter am Appellations-, 1922-24 am Bundesgericht. 1925-37 Direktor des Weltpostvereins. 1893, 1897-1905 sowie 1913-17 radikal-liberaler Abgeordneter im Tessiner Gr. Rat (Präs. 1902 und 1913), 1909-22 Nationalrat. Obwohl fortschrittlich eingestellt, missbilligte G. die radikale Abspaltung von 1902. 1905-12 und 1917-21 Staatsrat (Erziehungsdep., Dep. des Innern und der öffentl. Bauten, Finanzdep.). Als Mitglied der kant. Exekutive befürwortete er eine Verhandlungspolitik und verurteilte die fehlende Kompromissbereitschaft, die eine Regierung der "collaborazione civica" (zwei Konservative anstatt nur einer wie bis anhin) verhinderte. Zweimal trat er aus Protest aus dem Staatsrat zurück, 1912 wegen der Verwerfung des Schulgesetzes, 1921 wegen der von der Minderheit gewollten Ablehnung des Voranschlags.


Archive
– ASTI, Nachlass
Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 741

Autorin/Autor: Andrea Ghiringhelli / RG