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Galli, Domenico

geboren 25.7.1791 Locarno, gestorben 5.2.1856 Locarno, kath., von Locarno. Sohn des Michele, Politikers und Notars, und der Giovanna Bacciocchi. Der 1811 in Pavia promovierte Jurist hatte grossen Anteil an der Ausarbeitung der Tessiner Gesetzbücher und der wichtigsten kant. Gesetze. 1827-39, 1841-56 Tessiner Grossrat (Präs. 1831, 1851 und 1855), 1839-48 Staatsrat, 1839-45 Präs. der Komm. der Straf- und Polizeigerichtsbarkeit und 1845-48 der Gesundheitskommission. 1833 Tagsatzungsgesandter, 1851 Ständerat. Mit Stefano Franscini, Pietro Peri, Carlo Lurati und Giacomo Luvini gehörte er zu den Urhebern der Verfassungsreform von 1830 und zu den Führern der Bewegung der "reinen" oder radikalen Liberalen. Nach der Machtübernahme der Radikalen 1839 beteiligte er sich an der provisor. Regierung. Dennoch geriet er in den folgenden Jahren mehrmals in Gegensatz zur Politik der Radikalen: 1848 war er Gegner der neuen eidg. Verfassung, von der er glaubte, sie würde das Tessin verarmen lassen, 1852 bekämpfte er die radikale Politik der Säkularisation der Klostergüter.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 741

Autorin/Autor: Andrea Ghiringhelli / RG