Schwanden bei Brienz

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Interlaken, Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli, auf der Südabdachung von Brienzergrat und Brienzer Rothorn gelegen, die Dorfteile Ober-, Unterschwanden und Glyssen sowie Alpen und Wald umfassend. 1374 Swanden. 1764 139 Einw.; 1850 240; 1900 326; 1950 363; 2000 605. Einst Teil der Herrschaft Ringgenberg, wurde S. Mannlehen der Herren von Kien, die es 1374 an die Bernburger von Scharnachtal mit Hoch- und Niedergericht weiterverliehen. 1568 verkauften diese die Kleinherrschaft an Bern, das S. im Niedergericht Brienz der Landvogtei Interlaken unterstellte. Die Einwohner waren stets nach Brienz kirchgenössig. Zur Vieh- und Alpwirtschaft kam im 19. Jh. die Holzschnitzerei hinzu. Die Holzverarbeitung, etwa die Schnitzerei, Drechslerei und Zimmerei, ist noch heute verbreitet; auch eine Violinbogenfabrik befindet sich in S. Die Landwirtschaft wird v.a. im Nebenberuf betrieben. Viele Erwerbstätige arbeiten auswärts im Freilichtmuseum Ballenberg oder in den Bundesbetrieben in Interlaken. Entwaldung im Alpgebiet führte im 19. Jh. zu Verheerungen durch den Schwander- und den Lammbach. Mit Hilfe von Bund und Kanton wurde in den 1890er Jahren aufgeforstet. Die damals errichteten Wildwasserverbauungen obliegen heute dem Kanton.


Literatur
– G. Ritschard, Ringgenberg + Goldswil, 1990
– E. Wetli, Bauinventar der Gem. S., 2008

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler