Madagaskar

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Die 1506 von den Portugiesen entdeckte Insel M. wurde 1896 eine franz. Kolonie, 1958 eine autonome Republik innerhalb der Franz. Gemeinschaft und erlangte 1960 die Unabhängigkeit. Nachdem 1975 ein sozialist. System eingeführt worden war, leitete die madagass. Regierung in den 1990er Jahren liberale Reformen ein und wechselte zu einem Mehrparteiensystem. Zu Beginn des 21. Jh. herrschte im Land nach wie vor polit. Instabilität.

Der Bundesrat anerkannte 1896 die Annexion M.s durch Frankreich und ebenso am 26.6.1960 dessen Unabhängigkeit. Die ab dem 19. Jh. anwesenden kath. und ref. Missionare machten in der Kolonialzeit ein Drittel bis die Hälfte der dort lebenden Schweizer aus. 2005 zählte die Schweizer Kolonie 356 Personen, während sich 466 Madagassen in der Schweiz aufhielten. Das 1925 in Toamasina eröffnete Schweizer Konsulat wurde 1932 nach Antananarivo verlegt und 1964 in eine Botschaft umgewandelt. 1973-93 vertrat die Schweiz die Interessen Israels in M. Sie unterhält mit der Insel vielfältige kulturelle und wissenschaftl. Beziehungen (starke Präsenz der Kirchen, naturwissenschaftl. und ethnolog. Forschung, Stipendien).

Der Handelsverkehr, der häufig über Frankreich abgewickelt wird, fusst v.a. auf dem Import von Landwirtschaftsprodukten - M. ist für die Schweiz der Hauptlieferant von Vanille und Gewürznelken - und dem Export von Uhren, Maschinen, Apparaten und chem. Erzeugnissen. 2006 betrugen die Importe 7,3 Mio. Fr., die Exporte 2,8 Mio. Fr. 1963 half Albert Masnata, Leiter der Schweiz. Zentrale für Handelsförderung, beim Aufbau einer madegass. Exportbehörde. 1964 unterzeichnete die Schweiz ein bilaterales Abkommen über Handel, Investitionsschutz und techn. Zusammenarbeit. M. wurde in den 1970er Jahren ein Schwerpunktland der schweiz. Entwicklungszusammenarbeit. 1998 schloss die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit ihr Büro in Antananarivo. Sie startete 2001 ein Spezialprogramm zur Förderung der Good Governance und ländl. Entwicklung, wofür sie 2006 8,61 Mio. Fr. einsetzte. Zu Beginn des 21. Jh. waren mehrere Unternehmen (in der Hotellerie, im Gastgewerbe und Tourismus, sowie Konstruktions- und Projektleitungsbüros) in M. in schweiz. Besitz. Zu den auf der Insel aktiven Schweizer Firmen zählen Holcim und die Société générale de surveillance.

Nach einer 1978 geleisteten Spende von 15 Mio. Fr. für die ländl. Entwicklung erhielt M. 1982-90 70 Mio. Fr. als Zahlungsbilanzhilfe zur Beschaffung von Gütern des Grundbedarfs. Ab 1981 verhandelte M. im Rahmen des Club de Paris über eine Umschuldung. 1999 stellte die Schweiz ihre finanzielle Zusammenarbeit ein und beschränkte sich fortan auf Entschuldungsmassnahmen. Die Schulden M.s in der Höhe von 11,4 Mio. Fr. wurden in zwei Etappen (2001 und 2004) erlassen.


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Autorin/Autor: Marc Perrenoud / EM