Gabun

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Anfang des 20. Jh. liessen sich Schweizer in G. nieder, entweder aus wirtschaftl. Gründen (Handel, Holzindustrie) oder aber, um mit dem Arzt Albert Schweitzer in Lambarene zusammenzuarbeiten. Der Bundesrat erkannte am 17.8.1960 die Unabhängigkeit der ehemaligen franz. Kolonie an, die seit 1961 eine präsidiale Republik bildet. Da die Bundesbehörden wie die Schweiz. Zentrale für Handelsförderung (SZH, ab 1989 OSEC) die Märkte dieses an Naturschätzen reichen und politisch stabilen Landes für vielversprechend hielten, schlugen sie Verhandlungen für den Abschluss eines bilateralen Abkommens vor. Wegen des franz. Einflusses in G. unterstanden aber die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und G. weiterhin den franz.-schweiz. Abkommen von 1955 und 1967. Im Jahr 1972 wurde ein bilaterales Abkommen über Handel, Investitionsschutz sowie techn. und wissenschaftl. Zusammenarbeit unterzeichnet. Von da an intensivierten sich die Wirtschaftsbeziehungen (Swissair-Flüge ab 1971, Kapitalexporte, Beteiligung an Grossprojekten und an der Minenausbeutung). 1987 wurde die Auslandsschuld von G. umgeschuldet, zum Teil durch bilaterale Verträge und zum Teil im Rahmen eines multilateralen Plans des Club de Paris. 1970 lebten in G. ca. 70, 1990 ca. 150 und 2000 ca. 44 Schweizerinnen und Schweizer. In der Schweiz zählte man 1990 25, 2000 39 aus G. stammende Staatsangehörige.


Archive
– EDA, Dok.
Literatur
– A. Rutishauser, «Erfahrungen und Beobachtungen in der Geburtshilfe im Gabon», in Archiv der Julius Klaus Stiftung für Vererbungsforschung, Sozialanthropologie und Rassenhygiene 16, 1941, 235-267

Autorin/Autor: Marc Perrenoud / KMG