Pakistan

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P. ist das am stärksten islamisierte Land im ind. Subkontinent. Während Jahrhunderten war seine Geschichte unentwirrbar mit der Geschichte Indiens verknüpft. Im 19. Jh. kämpften Pakistani und Hindus gemeinsam für ihre Unabhängigkeit. Ab Beginn des 20. Jh. gewann die Idee eines separaten muslim. Staats zunehmend an Bedeutung. Der 1947 gegr. pakistanische Staat (seit 1956 Islam. Republik P.) verlor 1971 seine Ostprovinz (Bangladesch). An der Wende vom 20. zum 21. Jh. kämpft die Atommacht mit polit. Instabilität.

1861 eröffnete das Handelshaus Gebr. Volkart eine Zweigstelle in Karachi, dann einen Kontor in Lahore und prägte die Schweizer Präsenz bis in die 1950er Jahre. Nach der Unabhängigkeitserklärung 1947 anerkannte der Bundesrat P. sogleich und nahm 1949 diplomat. Beziehungen auf. Die Gesandtschaft von Karachi wurde 1968 in ein Generalkonsulat umgewandelt, während die Botschaft nach Islamabad umzog. Zudem unterhält die Schweiz auch in Lahore ein Konsulat. P. eröffnete in Bern eine Botschaft und in Zürich ein Generalkonsulat. Ein 1950 unterzeichnetes Handelsabkommen erleichterte den Warenaustausch. Die Schweiz importiert hauptsächlich Teppiche, Baumwolle und Landwirtschaftsprodukte (2008 für 70,1 Mio. Fr.), während P. Maschinen sowie chem. und pharmazeut. Produkte einführt (2008 für 405,1 Mio. Fr.). 2008 kaufte P. Schweizer Waffen im Wert von 74 Mio. Fr. und war damit der grösste Kunde. 1952 und 2001 kamen bilaterale Luftverkehrsabkommen zum Abschluss.

Die bilateralen Finanzbeziehungen sind relativ bedeutend. Seit den 1950er Jahren wird der Finanzplatz Zürich von pakistan. Geschäftsleuten geschätzt. 1959-62 sowie 2005 wurden Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. 1995 kam ein Investitionsschutzabkommen zustande. Zu Beginn des 21. Jh. positionierte sich die Schweiz (mit 266,5 Mio. Fr. 2007) unter den ersten zehn ausländ. Investitoren in P. Diese Investitionen betreffen hauptsächlich den pharmazeut. und chem. Bereich, insbesondere die Agrochemie, sowie Maschinen für die Textilindustrie. 2007 beschäftigten die schweiz. Unternehmen mehr als 13'000 Personen in P. 1973, 1974 und 2000-02 wurden bilaterale Abkommen über die Anerkennung, Konsolidierung und Umschuldung der pakistan. Schulden unterzeichnet. Zwischen 1966, als ein Abkommen über techn. und wissenschaftl. Zusammenarbeit abgeschlossen wurde, und 2008 war P. ein Schwerpunktland der schweiz. Entwicklungszusammenarbeit: Auf der Grundlage von bilateralen und multilateralen Abkommen widmete sich diese der Milchproduktion, der Landwirtschaft, der Berufsbildung oder der Wasser- und Waldbewirtschaftung. Vom 3. indo-pakistan. Krieg an (1971) vertrat die Schweiz bis 1976 die Interessen P.s in Indien und jene Indiens in P. Seit 1955 liegt die Zahl der Schweizer in P., darunter zahlreiche Ingenieure und Experten mit begrenzter Aufenthaltsdauer, stets über 100; 2008 waren es 303, während im gleichen Jahr 2'300 pakistan. Staatsangehörige in der Schweiz lebten.


Archive
– EDA, Dok.
Literatur
Cooperation Strategy Pakistan 2006-2010, 2007

Autorin/Autor: Marc Perrenoud / AHB