Bangladesch

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Bis zur Proklamation der Unabhängigkeit 1971 Ostprovinz Pakistans. Die Verfassung von 1972, die B. als präsidiale Republik bezeichnet, wurde in den 1970er und 80er Jahren durch Militärputschs und Kriegsrecht mehrmals ausser Kraft gesetzt. Während des Sezessionskriegs betrauten Pakistan und das auf Seiten Ostpakistans in den Konflikt eingreifende Indien die Schweiz mit der Vertretung ihrer Interessen. Die Guten Dienste führten 1975 zur Aufnahme diplomat. Beziehungen zwischen Pakistan und B., verzögerten jedoch die Anerkennung von B. durch die Schweiz. Erst 1972 anerkannte der Bundesrat B. und eröffnete in Dhaka (Dakka) eine Botschaft, wo sich seit 1981 auch eine Koordinationsstelle der in B. besonders aktiven Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit befindet. Die Unterstützung für die Opfer von Armut, Krieg und Überschwemmungen (1971-77 120 Mio. Fr.) prägte nachhaltig die gegenseitigen Beziehungen. Seit 1971 sind auch das IKRK, das SRK (Beteiligung am Bau eines Krankenhauses) sowie das Schweiz. Katastrophenhilfekorps in B. aktiv. Ein 1976 abgeschlossener Rahmenplan über techn. Zusammenarbeit führte zu zahlreichen Projekten (Getreidelagerung, Maschinenwerkstätten, Nahrungsmittelhygiene, Familienplanung, Berufsausbildung, Seidenraupenzucht, Trinkwasserversorgung auf dem Lande, Bewässerungspumpen), u.a. in Zusammenarbeit mit internat. Organisationen oder Schweizer Hilfswerken (Caritas, HEKS). Die Schweiz gewährte dem Land mehrere Male Finanzhilfen: 1975 und 1978 je 11 Mio., 1980 8 Mio. und 1981 15 Mio. Fr. Die Jute, B.s Hauptexportgut, bildete um 1976 Gegenstand diplomat. Verhandlungen und öffentl. Debatten, denn Dritte-Welt-Organisationen verlangten günstigere Bedingungen für die bengal. Anbauer. Die Eidgenossenschaft, einer der Hauptumschlagplätze dieses Produkts, trat dem internat. Jute-Abkommen bei und half B., seine Ausfuhr zu erhöhen und die Einnahmeverluste auszugleichen. Die Schweiz ist in B. präsent durch Projekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit, durch Investitionen in der Agrochemie und durch den Handel. Die Zahl der in B. lebenden Schweizer wuchs von 15 im Jahre 1956 auf über 50 im Jahre 1989. Seit 1987 baten jährl. mehr als 100 Personen aus B. (1990 665, 2001 268) um polit. Asyl in der Schweiz.


Archive
– EDA, Dok.
Literatur
SPJ, 1971, 45 f., 53 f.

Autorin/Autor: Marc Perrenoud / AW