Ecuador

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Die 1830 aus dem Zerfall des grosskolumbian. Verbands hervorgegangene Republik E. rückte erst in der 2. Hälfte des 19. Jh. ins Blickfeld schweiz. Exportinteressen. 1888 schlossen beide Staaten einen Freundschafts-, Niederlassungs- und Handelsvertrag. 1913 eröffnete der Bund ein Honorarkonsulat in Guayaquil, wo sich zunächst die kleine, kaum mehr als 30 Personen umfassende Schweizer Kolonie konzentrierte. Zwei gegenläufige Entwicklungen in den 1930er Jahren führten 1938 zur Eröffnung eines Konsulats in der Hauptstadt Quito: Einerseits verschlechterten sich die Handelsbeziehungen, weil E. im Zuge einer auf Importsubstitution ausgerichteten Politik auch schweiz. Produkte mit Zollzuschlägen zu belegen versuchte. Andererseits wurden versch., später meist gescheiterte Schweizer Kolonisationsprojekte in E. in Angriff genommen, die die Schweizer Kolonie auf über 250 Personen anwachsen liessen. Während des 2. Weltkriegs nahm die Schweiz für E. Schutzmachtmandate bei den Achsenmächten wahr. 1964 wurde das Konsulat in Quito zur Gesandtschaft, 1965 zur Botschaft erhoben. 1964-79 vertrat die Schweiz die Interessen E.s in Kuba. Das ecuadorian. Hauptexportprodukt Kakao war 1944 von Reis, 1960 von Bananen abgelöst worden. Die Schweiz exportierte v.a. Stickereien, Uhren, nach 1945 vermehrt chem. und pharmazeut. Produkte und Maschinen nach E. Die kontinuierl. Zunahme des Handelsverkehrs nach 1945 schlug sich in versch. bilateralen Verträgen nieder: 1957 bezüglich Meistbegünstigung (nicht in Kraft getreten), 1968 bezüglich Investitionsförderung. In den letzten Jahren verzeichnete die Schweiz gegenüber E. immer eine positive Handelsbilanz. Aufgrund eines Abkommens über die techn. und wissenschaftl. Kooperation intensivierte sich seit 1969 die Entwicklungszusammenarbeit v.a. in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Handwerk und Industrie. Zu Beginn des 21. Jh. bildet E. ein Schwerpunktland der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit.


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Quellen
DDS

Autorin/Autor: Peter Fleer