Iseltwald

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Interlaken. Die Gem. am linken Brienzerseeufer mit dem Dorf I. und den Weilern Furen, Sengg und Isch sowie Einzelhöfen erstreckt sich mit Wald und Alpen bis zum Faulhorn (2'680 m). 1146 Iseltwalt. 1764 254 Einw.; 1850 562; 1900 585; 1930 479; 1950 537; 2000 434. Im MA war das Gemeindegebiet Teil des Reichslandes und gehörte zusammen mit dem ausgedehnten Forst am Brienzersee zum Reichslehen von Oberländer Freiherren. Die ma. Burg auf der Halbinsel bildete evtl. den Sitz der Herren von Matten (1907 entstand hier das Rehabilitationszentrum Seeburg). Kg. Konrad III. übergab dem Augustinerpriorat Interlaken 1146 einen Viertel von I. samt dem halben Forst. Inhaber der Vogtei über die Klostergüter war Ritter Arnold von Ried (1230-39 bezeugt). Die Frh. von Brienz-Ringgenberg geboten über Vogtleute, die sich gegen Steuern auflehnten (Ablösung 1252). 1303 entbrannte ein Streit mit Interlaken um den Forst, in dessen Folge alle Rechte in I. an Interlaken übergingen. Als Besitz des habsburgfreundl. Klosters wurde I. 1342 von den Unterwaldnern verwüstet. Dieses nahm 1348-49 an der Empörung gegen das Kloster und 1445-46 am Bösen Bund der Oberländer gegen Bern teil. Mit der Säkularisation des Klosters 1528 kam I. an Bern und zur Landvogtei Interlaken (Freigericht). Die Einheimischen lebten von Fischerei, Obstbau, Vieh- und Alpwirtschaft. Die 1680 und 1696 konzessionierte Glashütte bot ihnen bis um 1715 zusätzl. Verdienst. Dank dem Fremdenverkehr in Bönigen und der Dampfschifffahrt (Station I. 1871) entstanden ab den 1870er Jahren auch in I. Hotels und Gasthäuser. Bis zum Anschluss an die Autobahn aus dem Unterland 1988 führte nur die Sackstrasse von Bönigen nach I. Zu Beginn des 21. Jh. stellten neben der Landwirtschaft, der Fischerei und dem Holzhandel der Ausflugstourismus (Hotels, Gastgewerbe, Campingplätze, Strandbad) sowie Ferienwohnungen die wichtigsten Erwerbszweige dar. Mit Bönigen gehört I. (1939 Bau der Kirche) seit 1948 einem Pfarrkreis der Kirchgem. Gsteig bei Interlaken an.


Literatur
– P. Michel, I., 1993
– B. Mutter, Bauinventar der Gem. I., 2000

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler