Malta

Die Inselgruppe im zentralen Mittelmeer stand 1530-1798 unter der Herrschaft des Souveränen Malteser Ritterordens (Johanniter), in den auch viele Schweizer eintraten (u.a. der Luzerner Patrizier Franz von Sonnenberg). 1802 fiel sie unter das Protektorat der engl. Krone und erlangte erst 1964 die staatl. Unabhängigkeit. 1974 wurde in M. die Republik ausgerufen. Seit 2004 gehört es der Europ. Union an. Die Schweiz unterhält freundschaftliche, aber nicht sehr intensive Beziehungen zu M. Die diplomat. Anerkennung fand 1964 statt. Die bilateralen diplomat. Beziehungen wurden 1966-68 über die jeweiligen Botschaften in London und danach in Rom abgewickelt. Seit 1937 verfügt die Schweiz über einen Honorarkonsul in Valletta (seit 2003 Generalkonsulat). M. seinerseits unterhält eine ständige Mission beim Büro der Vereinten Nationen und eine konsular. Vertretung in Genf sowie ein Honorarkonsulat in Lugano. Multilateral arbeiteten die beiden neutralen Kleinstaaten v.a. in der OSZE im Rahmen der neutralen und bündnisfreien Gruppe zusammen. 2001 besuchte Joseph Borg als erster maltes. Aussenminister die Schweiz. Das wichtigste bilaterale Abkommen betrifft die Mittelmeerakademie für diplomat. Studien. Das seit 1990 bestehende, maltes.-schweiz. Gemeinschaftswerk ist an der Univ. M. und am Genfer Institut universitaire de hautes études internationales angeschlossen und offeriert Lehrgänge für Diplomaten und Studenten aus der gesamten Mittelmeerregion. Die wirtschaftl. Beziehungen sind unbedeutend. Als schweiz. Investoren in M. traten die Zuger Elektronikgruppe Carlo Gavazzi Ltd. und Nestlé auf. Die Swissair flog in den 1990er Jahren bis zu fünfmal pro Woche nach M.; die neue Fluglinie Swiss unterhält keine Flüge mehr. Zu Beginn des 21. Jh. reisten jährlich etwa 25'000 Schweizer Touristen nach M. 2005 lebten 149 Schweizer in M., 81 Malteser in der Schweiz.


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– EDA, Dok.

Autorin/Autor: Fred Tanner