Albanien

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1913 löste sich A. aus dem Osman. Reich und wurde unabhängig. Dem Beispiel der Grossmächte folgend, anerkannte der Bundesrat den Balkanstaat erst 1922. Eine erste, 1914 unterbreitete Anfrage A.s hatte die Schweizer Regierung aufgrund der unsicheren polit. Lage in A. abgelehnt. 1929 wurde ein Niederlassungs- und Handelsabkommen geschlossen, 1935 in Bern ein alban. Konsulat eingerichtet. Mit der Anerkennung der ital. Annexion A.s 1939 durch die Schweiz und dem Abschluss eines diesbezügl. Abkommens dehnte sich der Geltungsbereich der ital.-schweiz. Verträge auf die ital.-alban. Zollunion aus.

Am 11.1.1946 wurde die alban. Volksrepublik ausgerufen. Auf den Wunsch der neuen kommunist. Regierung A.s, diplomat. Beziehungen zur Schweiz aufzunehmen, trat das Eidg. Polit. Dep. (heute EDA) nicht ein. Gründe dafür lagen zum einen in den traditionell guten Beziehungen zu Griechenland, die man nicht gefährden wollte, zum andern zweifelte die Schweizer Regierung an der Legitimität der alban. Regierung. De-facto-Beziehungen wurden weiterhin aufrechterhalten. Die alban. Interessen in der Schweiz wurden 1947-92 durch die jugoslaw. Gesandtschaft in der Schweiz, die schweiz. Interessen in A. 1945-50 und nach 1954 durch die schweiz. Gesandtschaft in Belgrad, 1950-54 durch jene in Budapest vertreten. 1970 erfolgte die diplomat. Anerkennung der Volksrepublik A.

Der Warenaustausch zwischen den beiden Staaten blieb trotz bilateraler Abkommen (1974, 1984, 1986) in der Nachkriegszeit gering. Nach dem Zusammenbruch des kommunist. Regimes und dem Beitritt A.s zum IWF 1991 beschloss der Bundesrat, A. zum Wiederaufbau Osthilfegelder zukommen zu lassen. Seit 1992 profitiert A. von Zollvorrechten für Entwicklungsländer. Die 1992 erfolgte Eröffnung einer schweiz. Botschaft in Tirana bzw. einer alban. Botschaft in Bern erleichterte den Abschluss eines gegenseitigen Schutzabkommens für Investitionen (1992) und die Unterzeichnung einer Konvention gegen die Doppelbesteuerung (1994). Seit Okt. 1993 betrachtet der Bundesrat A. gemäss dem 1990 revidierten Asylgesetz als "sicheres Land", was zu Kontroversen mit Flüchtlingsorganisationen führte. Die Zahl der jährl. alban. Asylbegehren in der Schweiz erreichte 1997 mit 3'081 Gesuchen einen neuen Höchstwert.


Archive
– EDA, Dok.
Literatur
– H. Klarer, Die schweiz. Praxis der völkerrechtl. Anerkennung, 1981

Autorin/Autor: Therese Steffen Gerber