Mühlebach bei Amriswil

Ehem. Ortsgem. TG, polit. Gem. Amriswil, Bez. Bischofszell. M. liegt an den Strassen Sulgen-Arbon und St. Gallen-Konstanz und war mit Köpplishaus, Obermühle und Schrofen von 1803-1931 Ortsgem. der Munizipalgem. Amriswil. 1932-79 war M. Teil der Ortsgem., seither auch der polit. Gem. Amriswil. Um 869 Mulibach. 1850 346 Einw.; 1900 381; 1930 539; 1940 546; 1960 607. Um 869 verlieh die Abtei St. Gallen Besitzungen in M. Der Bf. von Konstanz besass den Dinghof M. und verlieh ihn dem Chorherrenstift St. Pelagius in Bischofszell. Dieses setzte die Frh. von Bürglen als Vögte ein. Hieraus entstand im SpätMA als Teil der Herrschaft Bürglen das Gericht M. 1576 erwarb das Spital St. Gallen das Gericht M. und 1579 die Stadt St. Gallen die Herrschaft Bürglen (bis 1798). Kirchlich teilte M. stets das Schicksal der Pfarrei Sommeri. M. hatte vermutlich schon im 9. Jh. eine Mühle. Der Mühlenbetrieb wurde nach der Umstellung vom Getreideanbau auf die Vieh- und Milchwirtschaft und dem Beginn der Käserei um 1900 eingestellt. Die 1512 erw. Badstube gehörte St. Pelagius, das sie an Bürglen verlieh. Sie war als Erblehen von 1745 bis zur Auflösung des Erblehenverhältnisses 1816 in der Hand der Fam. Straub. 2002 eröffnete in M. ein Schulmuseum.


Literatur
– E. Leisi, Gesch. von Amriswil und Umgebung, 1957
– S. Länzlinger et al., Amriswil, 1999

Autorin/Autor: Erich Trösch