Montvoie

Dorf in der Gemeinde Clos du Doubs JU, Bezirk Pruntrut, und ehemalige Berner Gemeinde. 1882-2008 gehörte Montvoie zu Ocourt. 1284 Montvouel. 1598 5 Haushalte; 1793 47 Einw.; 1850 34; 1880 35. Als Lehen der de Neufchâtel-Bourgogne, zwischen der Ajoie und der Propstei Saint-Ursanne gelegen, wurde M. 1284 ein Lehen des Fürstbf. von Basel. Es gehörte im 13. Jh. den Herren de Vendlincourt, im 14. Jh. den Saint-Aubin, im 15. Jh. den de Boncourt, genannt d'Asuel, und später den de Tavannes sowie im 16. Jh. den von Reinach-Grandvillers. Im frühen 17. Jh. ging M. wieder in den Besitz des Fürstbistums Basel über. Unter der franz. Herrschaft 1792-1813 bildete es eine Munizipalität des Dep. Mont-Terrible, später des Dep. Haut-Rhin, ab 1815 eine Gemeinde des Kantons Bern. M. war nach Ocourt kirchgenössig. Die auf dem Hügelzug des Lomont gelegene Burg wurde im SpätMA neu gebaut und im 16. Jh. verlassen. Von ihr sind noch bedeutende Überreste eines Rundturms und einer Ringmauer sichtbar, an die ein Bauernhof grenzt.


Literatur
– F. Chèvre, «Notice sur le château de M.», in Actes SJE, 1885, 55-68
– F. Mueller, «Der Olifant von M.», in ArS 10, 1987, 97-100
– M. Berthold, République et canton du Jura, 1989, 115

Autorin/Autor: Jean-Paul Prongué / GL