Bâtiaz, La

Ortsteil der polit. Gem. Martigny VS, 1845-1956 selbstständige Gem. 1368 bastida. 1850 403 Einw.; 1900 425; 1950 565. Der auf einem überhängenden Felsen über der Dranse errichtete Turm von La B. steht vermutlich an der Stelle eines kleinen röm. Wachturms, am Ausgang des Entremont in das Rhonetal. Dieser am meisten in savoy. Territorium hineinragende Besitz des Bf. von Sitten gab immer wieder Anlass zu Konflikten. Erbauer der ersten Befestigungsanlagen zu Beginn des 13. Jh. war Bf. Landrich von Mont. Peter II. von Savoyen ordnete um 1260 den Bau des runden Bergfrieds an, den Bf. Peter von Oron 1281 fertigstellte. Von den Oberwallisern 1475 verheert und durch Bf. Jost von Silenen wiedererbaut, wurde der Turm im Juni 1518 von Georg Supersaxo endgültig eingeäschert.

Das 1368 erstmals erw. Dorf La B. war damals kaum mehr als eine Häusergruppe, die den Weg zum Schloss säumte. Vom frühen 19. Jh. an Teil der grossen Gem. Martigny, verselbstständigte sich La B. 1845 zur polit. Gem. Ein Jahrhundert später verlangte La B. wieder den Anschluss an Martigny-Ville. Die Eingemeindung von 1956 bestätigte offiziell den seit längerem bestehenden Sachverhalt. Die Kapelle Notre-Dame-de-Compassion folgte 1625-30 einem nach der Überschwemmung von 1595 erbauten Gotteshaus; sie wurde 1748 vergrössert und litt häufig unter den Hochwassern der Dranse. Die Holzbrücke von La B. (mit Brückenzoll) wird 1349 in Urkunden zum Dammbau an der Dranse erwähnt. 1818 von den Fluten der Dranse zerstört, die den vom Glacier du Giétroz gebildeten Damm durchbrochen hatte, wurde sie 1829 als gedeckte Brücke mit Bogen aus Lärchenholz neu erbaut, 1920 verstärkt und 1948 mit Fussgängersteigen ergänzt. Sie ist die letzte in Gebrauch stehende gedeckte Holzbrücke des Wallis.


Literatur
– P. Farquet, Martigny, 1953, 65-72
– P. Vouilloz et al., La B., 1986

Autorin/Autor: Frédéric Giroud / FSC