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Mett

Ehem. polit. Gem. BE, 1920 in Biel eingemeindet. Altes Pfarrdorf östlich von Biel an der Römerstrasse von Petinesca nach Pierre Pertuis oder Salodurum (Solothurn). Der Dorfkern bei der Kirche ist z.T. erhalten. 1103 Mecin, franz. Mâche. 1764 157 Einw.; 1850 476; 1880 751; 1900 1'208; 1910 1'557.

Zu den bedeutenden spätröm. und frühma. Funden zählt u.a. ein Grabbau aus dem 4. Jh. Er gehörte vermutlich zu einer Militärstation. Im 5. Jh. wurde er zu einem Mausoleum umgebaut und um 600 in den ersten Kirchenbau einbezogen. Die Kirche wurde vermutlich im 8. Jh. neu gebaut; der rom. Nachfolgebau stammt aus dem 11. Jh., Chorumbauten erfolgten im 13. und 14. Jh. In M. begütert waren neben weltl. Grundbesitzern die Abteien Gottstatt, St. Johannsen und Frienisberg. Der Bf. von Basel schenkte seinen nördlich der Schüss auf bischöfl. Territorium gelegenen Dinghof vor 1103 dem Kloster St. Alban, das ihn 1405 der Abtei Bellelay abtrat. M. gehörte zur Grafschaft Nidau und kam mit ihr 1388 an Bern. Das Patronatsrecht der 1228 erstmals erw. Kirche St. Stephan schenkte der Gf. von Nidau 1305 dem Kloster Gottstatt; 1528 gelangte es an Bern. Weitere Umbauten der Kirche erfolgten 1688 sowie im 19. und 20. Jh. Wirtschaftlich bedeutend waren die beiden Mühlen: Die auf bischöfl. Gebiet liegende Mühle schenkte der Gf. von Nidau 1351 dem Kloster Gottstatt; die zweite Mühle wurde 1637 durch Bern erstellt. Das sog. Schlössli M. wurde vom 16. bis 18. Jh. u.a. von den Fam. von Diesbach, Wyttenbach und Chemilleret als Landhaus gebaut. Es diente ab 1898 als Pflegeheim (heute Seeländ. Krankenheim). 1877 entstand in M. eine Reparaturwerkstätte der bern. Jurabahnen. 1895 erhielt M. Anschluss an die seit 1857 bestehende Bahnlinie Biel-Herzogenbuchsee. M. verfügte zu Beginn des 21. Jh. über eine eigene Burgergemeinde und versch. Quartiervereine.


Literatur
– P. Aeschbacher, Die Gf. von Nidau und ihre Erben, 1924
– H.-M. von Känel, «Das spätröm. Grab mit reichen Beigaben in der Kirche von Biel-M.», in ArS 1, 1978, 138-148
– H. Lehner, «Die Ausgrabungen in der Kirche Biel-M.», in ArS 1, 1978, 149-154
– P. Bloesch, «Als der Abt von Bellelay in M. das Recht weisen liess», in Bieler Jb., 1989, 83-101

Autorin/Autor: Redaktion