Madretsch

Ehemalige polit. Gem. BE, 1920 in Biel eingemeindet. Das südwestlich der Stadt an der Schüss gelegene einstige Dorf ist heute ein Stadtteil Biels. 1304 Mardrez, franz. früher Mardrez. 1764 100 Einw.; 1856 397; 1870 873; 1880 1'968; 1888 2'327; 1900 3'729; 1910 3'918. Im MA gehörte M. zur Grafschaft Nidau und kam mit ihr 1388 an Bern. Begütert waren im 14. Jh. u.a. die Abteien Gottstatt, Bellelay und St. Alban, das seinen Besitz dem Bf. von Basel abtrat. Kirchhörig war M. in Mett. Der Dorfbrand von 1854, die Trennung von Ober- und Unterdorf durch die Bahnlinie Biel-Bern (1864) sowie die Ansiedlung von Industrien (Seife 1868, Uhren 1873, Pianos 1882, Fahrräder 1894) machten aus dem Bauerndorf einen Industrievorort. Heute noch eigene Burgergemeinde und Quartiervereine.


Literatur
– P. Aeschbacher, Die Gf. von Nidau und ihre Erben, 1924
INSA 3, 86

Autorin/Autor: Redaktion