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Roll, Ludwig von

geboren 19.4.1771 Solothurn, gestorben 26.8.1839 Bern, kath., von Solothurn. Sohn des Franz Joseph ( -> 2) und der Maria Anna de Diesbach (de Torny). ∞ 1792 Maria Ludovica von Stäffis (Molondin). 1792 Major des Fussvolks und solothurn. Kriegsrat, 1798-1803 Mitglied der Verwaltungskammer, 1803-39 Solothurner Gross-, Klein- und Staatsrat, zuerst als Präs. des Kriegsrats, 1805-33 des Finanzrats, ab 1833 der Komm. des Innern, 1831-32 Landammann. 1813-14 Tagsatzungsgesandter. R. sass über alle Regimewechsel von der Helvetik bis zur Regeneration in der kant. Exekutive, wurde 1830 vom Gr. Rat an die Spitze der Delegation berufen, die den kant. Gemeindeausschüssen in Balsthal die neue, demokrat. Kantonsverfassung zu erläutern hatte, und bekleidete im Jahr der Verfassungseinführung das höchste Staatsamt. Neben seinem Wirken in den Bereichen Landwirtschaft, Forst, Bau, Gewerbe und Gemeindepolitik erwarb sich R. grosse Verdienste um den Ausbau der beiden Hauensteinstrassen und 1828 um die Reorganisation des Bistums Basel. Als aufgeklärter Patrizier ab 1794 Mitglied der Ökonom. Gesellschaft, ab 1818 der Ökonom.-Gemeinnützigen Gesellschaft, war R. fortschrittlich-wirtschaftlich orientiert, aber eher philanthrop. als profitorientiertem Denken verpflichtet. Er trat unternehmerisch hervor in der Fayenceherstellung sowie 1835 als Gründer einer Aktiengesellschaft für Seidenzucht und machte sich einen Namen mit dem Bau der Hochöfen in Gänsbrunnen und in der Klus bei Balsthal 1810 sowie der Errichtung von Schmieden in Matzendorf und Gerlafingen, was 1823 zur Gründung der Ludwig von Roll'schen Eisenwerke (Von Roll) führte.


Literatur
– [L. Weisz], Gesch. der Ludwig von Roll'schen Eisenwerke, [1953], 211-311
SolGesch. 3 und 4/I

Autorin/Autor: Thomas Wallner