Schuders

Ehem. polit. Gem. GR, Kreis Schiers, Bez. Prättigau/Davos, seit 1878 Fraktion der polit. Gem. Schiers. Hangsiedlung rechts über dem Schraubachtobel am Weg über das Schweizertor ins österr. Montafon, umfasste bis 1960 den ganzjährig bewohnten Weiler Salfsch. 1256 Schuder. 1850 114 Einw. Im 16. Jh. (und wohl schon ab dem 12. Jh.) unterstand S. der Grundherrschaft des Churer Domkapitels. 1677 erfolgte der Verkauf der letzten Güter und Rechte an S., das bis 1851 eine Nachbarschaft der Gerichtsgem. Schiers blieb und dann bis 1878 als weitgehend selbstständige Gem. galt. 1593 trat S. zur Reformation über. Kirchlich gehörte S. 1573-93 als Filiale zu Schiers, dann wurde es bis 1595 von Seewis aus besorgt. Von da an hat es einen eigenen Pfarrer (zeitweilig auch Pfarrer von Nachbargemeinden) und ist selbstständig. Im 16. Jh. wurde in S. Bergbau betrieben. Die Knappenkapelle (St. Anna) ist 1508 erstmals erwähnt (1929 und 1983 renoviert). Seit 1867 kämpft S. gegen Hangrutsche und Rüfengänge, sodass kostspielige Schutzmassnahmen nötig waren. Die 1933 gebaute Fahrstrasse nach Schiers führt über die 1930 von Robert Maillart konstruierte Salginabrücke. S. weist einen bescheidenen Sommertourismus aus.


Literatur
– M. Thöny, Schiers, 1934 (21995, erweiterte Aufl.)
Kdm GR 2, 1937, 83-86
– W. Gallusser, H. Kessler, «Sommergäste in S.», in Beitr. zur Geographie Graubündens, 1991, 80-98
Bündner Jb., 2012, 114-122

Autorin/Autor: Otto Clavuot